Höhlen mit Höhlenzug


Während es durchaus üblich ist, dass Bergwerke mit einem Bergbauzug besucht werden, ist es für Höhlen eine Ausnahme. Das Hauptproblem bei Höhlen ist, dass sie schmale oder niedrige Abschnitte oder enge Kurven haben, die den Bau von Zügen unmöglich machen oder eine große Menge an Bergbau erfordern, um so etwas zu bauen. Außerdem gibt es das Problem des Naturschutzes, da solche Fahrzeuge die Höhle verschmutzen, sogar wenn sie mit Strom betrieben werden. Deshalb gibt es nur wenige Höhlen, die einen solchen Höhlenzug nutzen.

Die wahrscheinlich erste Höhle mit einem Höhlenzug war die Postojna Höhle in Slowenien. Das Höhlensystem ist recht umfangreich und um den interessantesten Teil der Höhle zu erreichen, ist eine Wanderung durch einen 2,5km langen Gang notwendig. Das würde mit dem Rundgang und dem Rückweg einen 6,5km langen Weg ergeben, viel zu viel für die Mehrzahl der Besucher. So beschloss der Vorsitzende der Höhlenkommission, Dr. Anton Globočnik, einen Zug in die Höhle zu bauen, der 1872 eröffnet wurde. Neben der Nivellierung des Bodens der Höhle war es notwendig, einen Tunnel durch einen umgefallenen Stalagmiten zu schneiden, was ziemlich spektakulär und ein berühmtes Motiv für Postkarten ist. Zuerst wurden die Wagen von den Führern gezogen, so dass jeder Führer zwei Wagen namens Phaetons mit je vier Sitzen zog. Der Zug wurde 1923 komplett renoviert und die Phaetons durch eine benzinbetriebene Lokomotive mit Waggons für 20 Besucher ersetzt. Ab 1956 wurden Elektrolokomotiven eingesetzt. Die Lokomotiven sind aus dem Bergbau, die Wagen sind Sonderanfertigungen mit Sitzbänken.

Während Bergbauzüge eine weltweit verbreitete Technologie für den Bergbau sind, gibt es in Höhlen keine existierende Technik, dafür aber einige recht exotische Höhlenzüge. In Fantastic Cavern in den USA und in Harrington's Cave in Barbados wird ein Ding namens Tram verwendet, das eigentlich ein Auto ist, das eine Art Wagen für die Besucher zieht. Solche Wagen sind im Außenbereich weit verbreitet, insbesondere bei Stadtrundfahrten und in Freizeitpparks. Die Reifen sind weich, man sitzt komfortabel und es ist weniger laut als ein schienengebundener Zug. Zudem müssen auch keine Schienen verlegt werden.