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Lavahöhlen
Lavahöhlen sind ganz allgemein Höhlen die sich in Lava, also
geschmolzenem Gestein, gebildet haben.
Sie bilden sich während das Gestein noch geschmolzen ist, und wenn es dann
erkaltet und fest wird, bleiben sie in dieser Form.
Da sie sich also mit dem Gestein bilden, sind alle Lavahöhlen auch
Primärhöhlen.
Es gibt dutzened Mechanismen wie es zur Entstehung von Lavahöhlen kommen
kann, und manche sind extrem selten.
Lavaröhren:
dies sind die bei weitem häufigsten Lavahöhlen.
Sie entstehen in den meisten Lavaflüssen, fast zwangsläufig und sind
zudem meist recht groß.
Aus diesem Grund sind Lavaröhren nach den Karsthöhlen der
weitverbreitetste Höhlentyp.
Blasenhöhlen:
Blasen treten in Lava sehr häufig auf, Blasenhöhlen sind dagegen
selten.
Der Grund ist, dass die Definition von Höhlen fordert, dass sie
groß genug sein müssen um von Menschen betreten zu werden.
Die meisten Gasblasen in der Lava sind jedoch sehr klein, und somit keine
Höhlen.
Große Exemplare sind selten, es sind jedoch Exemplare bis 100m Durchmesser
aus Afrika bekannt.
- Druckfaltenhöhlen:
Eine Druckfalte bildet sich in Pahoehoe Lavaflüssen.
Dabei erstarrt die Oberfläche der Lava und wird vom Druck der
fließenden Lava zusammengeschoben, wobei sich Falten bilden.
Diese typische Erscheinung heißt Strick, oder auf Hawai'i auch Pele's
Hair, und man spricht von Stricklava.
Manchmal bilden sich jedoch so mächtige Stricke, dass sie richtige
Dämme bilden, also eben Druckfalten.
Wenn diese überkippen können sie Hohlräume einschlißen, die
meist recht klein und länglich sind.
- Magmakammern:
Der Schlot, der zur Förderung der Lava dient, hat in der Regel eine
Erweiterung innerhalb des typischen Stratovulkans, des Vulkankegels.
Diese Magmakammern entleeren sich häufig fast vollständig und bleiben
nach dem Ende der Eruption als Hohlraum zurück.
Das Maga geht zurück in den Scholt, zum einen weil der Druck von unten
nachläßt, zum anderen weil die Lava sich beim Erkalten zusammenzieht.
Das Ergebnis ist ein mächtiger schachtartiger Hohlraum.
Größere Exemplare können dann auch einstrürzen, und bilden
so eine Caldera.
- Megapillows:
Pillowlava entsteht unter Wasser, also in der Regel unter dem Meer.
Die ausströhmende Lava erkaltet bei der Berührung mit dem Wasser
abrupt und bildet sofort eine sackartige oder kissenförmige Kruste, die
anfangs von der nachströmenden Lava vielleicht noch etwas
vergrößert werden kann, dann aber erstarrt.
Die Lava sucht sich einen neuen Weg und bildet unmittelbbar daneben ein weiteres
Kissen (pillow).
In seltenen Fällen dringt Wasser durch einen Spalt in der kruste ein und
verdampft in der noch flüssigen Lava.
Dadurch wird das Kissen wie ein Balon aufgeblasen, wird viel größer,
ist aber hohl.
Es werden Beispiele aus Italien beschrieben, die zwei bis vierzehn Meter
Durchmesser haben.
- Basaltgang-Höhlen:
Ein Basaltgang ist eine Kluft, die sich entweder durch vulkanische oder
tektonische Kraäfte aufweitet und dann mit Lava füllt die zu Basalt
erkaltet.
Die Lava erkaltet an der Oberfläche zuerst und bildet einen Pfropf in der
Kluft.
Meist sind die Gänge vollständig gefüllt, doch manchmal
läßt der Druck in der Lava von unten nach, und die noch flüssige
Lava weicht unter dem bereits erstarrten Pfropf zurück.
Eine 17m lange Höhle, die etwa 1,5m hoch und 1m breit ist, ist aus
Australien bekannt.
- Ausflußhöhlen:
Dieser Höhlentyp entsteht durch das ausfließen der noch
flüssigen Lava unter der bereits erkalteten Oberfläche.
Man kann generell Lavaröhren und Basaltgang-Höhlen dazuzählen,
doch sind die möglichen Formen äußerst vielfältig.
- Baum :
Auch wenn die Bäume das häufigste sind, und damit Namensgebend
für diesen Höhlentyp, so sind sie doch nicht das einzige, was von Lava
überflutet wird.
Ganz generell können organische Objekte wie Bäume oder auch tote Tiere
von der Lava überflossen werden.
Wenn sie groß genug sind, werden sie von der Lava nicht einfach verbrannt,
sondern bleiben durch ihren hohen Wassergehalt wenigstens so lange erhalten, bis
die Lava erkaltet ist.
Doch dann verwesen sie meist schnell und vollständig.
Übrig bleibt eine Hohlform in der Lava, die manchmal sogar groß genug
ist um als Höhle bezeichnet zu werden.
So gibt es viele Baumhöhlen in die man hineinschlüpfen oder sogar
hindurch schlüpfen kann.
Die außergewöhnlichste derartige Höhle befindet sich im Staat
Washington in den U.S.A., wo ein Lavastrom so ein Rhinozerus umflossen hat.
Die Höhle hat die Form eines liegenden Rhinozerus und vier Beine.
Vom Rhinozerus selbst wurden noch einige Knochen gefunden.
Siehe auch