Tote Links


showcaves.com ist so aufgebaut, dass jede unterirdische Sehenswürdigkeit ihre eigene Seite hat. Dort werden jeweils die Links zu diesem Ort angegeben. Generell ist es eine gute Sache, wenn man Querverweise zu einem Thema hat, das ist sozusagen die Grundidee des WWW und von Hypertext. Unglücklicherweise gibt es in jüngster Zeit mehrere unangenehme Entwicklungen, die das Konzept von statischen Links ad absurdum führen:

  1. Seit etwa 2020 sterben domains zuhauf. Der Grund dafür ist uns unbekannt, wir vermuten, dass viele Institutionen den Sinn einer Website einfach nicht mehr sehen.
  2. Traditionell war die Touristeninformation Teil der Gemeinde, die lokalen Sehenswürdigkeiten wurden auf der Website der Gemeinde veröffentlicht. Jetzt hat die Touristeninformation eine eigene Seite und die Gemeinde entfernt alle Seiten, die mit Tourismus zu tun haben. Diese Entwicklung ist länderspezifisch, aber es gibt zahlreiche Länder, in denen sie zu beobachten ist.
  3. Viele steigen auf Social Media Seiten um, insbesondere ExplainFacebook.
  4. Viele ersetzen ihre Website durch ein Portal, was bisher ein fester Teil der Seite war, zum Beispiel eine Höhlenführung, ist nun ein Event, der dynamisch aus einer Datenbank kommt und keine feste URL mehr hat. Im schlimmsten Fall führt die URL zu einer einzelnen Höhlenführung mit Online-Buchung, und eine Seite über die Führung im Allgemeinen existiert nicht, weil da alles drin steht. Doch wenn diese Tour ausgebucht oder vorbei ist, wird der Link automatisch ungültig. Solche Effekte machen die Verlinkung zu einem Portal fast unmöglich. Stellen wir fest, dass eine Website auf ein Portal umgestellt wurde entfernen wir normalerweise alle Links auf diese domain, weil sie nicht mehr vertrauenswürdig ist.
  5. Links von Frameworks, wie zum Beispiel dem beliebten WordPress, sehen zwar statisch aus, sind aber eigentlich Parameter für das Framework. Benutzt man ein anderes Framework, manchmal sogar, wenn man einfach nur ein Upgrade fährt, können sich die Urls ändern. Wir haben alles gesehen, /cave.php wird zu /cave.html oder gar zu /cave/. Oder /foobar/?id=4711 wird zu /foobar4711. Besonders dumm ist es, wenn das framework bereits die Einstiegsseite umleitet, also z.B. von https://domain/ nach https://domain/home-page/. Wird dann das framework geändert landet man bereits mit der Einstiegsseite auf einem 404 Fehler.
  6. Wenn Leute das Interesse verlieren oder sterben, verpuffen ihre websites. Besonders kurios ist das allerdings, wenn es eigentlich keine privaten Webseiten waren, sondern eine Dienstleistung für eine Community, da sollte man eigentlich erwarten, dass die Community übernimmt. Nach unserer Erfahrung ist das leider selten der Fall.
  7. Inzwischen erwarten Browser https Seiten, vielfach werden Seiten ohne https von vorneherein als Sicherheitsrisiko eingestuft. Leider ist die Technologie aber noch nicht sehr benutzerfreundlich. Zum einen ist sie mit Kosten verbunden, zum anderen muss man die Zertifikate jährlich erneuern. Ausserdem kann man auch beim Inhalt des Zertifikats Fehler machen oder muss ein neues generieren, wenn man den Domainnamen modifiziert. Das geht so weit, dass Webseiten gar nicht mehr erreichbar sind, weil die Umleitung von http auf https eingebaut wurde, das Zertifikat aber nicht gültig ist. Auch gibt es ganz unrühmliche Fälle wo die https Adresse behauptet die Website oder Domain würden nicht existieren, wobei die http Adresse hervorragend funktioniert. Dieser Wirrwarr wird wohl so lange anhalten bis die Provider die Zertifikater zwangsweise mitgeben und automatisiert aktualieren.
  8. Die Umstellung auf https bringt leider meist auch noch eine Umstellung der Website mit sich, wodurch sich zusätzlich die Pfade und Dateinamen ändern. Das liegt in der Regel daran, dass die alte Technologie nicht mehr alle Anforderungen unterstützt, oder einfach nur, dass die Umstellung als Anlass genommen wird.
  9. Universitäten, die als Hort des Wissens betrachtet werden, scheinen weltweit das gleiche Problem zu haben: kein Verständnis für das Internet. Sie waren die ersten die Websites für alle Institute und sogar die Mitarbeiter ermöglichten, leider sind diese noch kurzlebiger als die meisten privaten Hobbyseiten Accounts von Mitarbeitern werden nach ihrem Ausscheiden gelöscht, Institute werden umstrukturiert oder umbenannt, die Strategie der domainvergabe restrukturiert. Aber auch das "Langzeitarchiv für digitale Materialien zur Unterstützung von Lehre, Lernen, Wissenschaft und Forschung", das die University of Florida sie seit 2006 anbot, wurde 2018 sang- und klanglos abgestellt. Wenn einer die Bibliothek anzünden würde wär das Geschrei groß, aber das sind ja nur Daten. Wir verlinken gerne auf Universitäten, da die Inhalte von Experten erstellt werden. Umso trauriger ist es, wenn wir diese Links regelmäßig löschen müssen, weil sie nicht mehr funktionieren. Wenn möglich, verwenden wir stattdessen academia.edu und researchgate, die weitaus stabiler zu sein scheinen.
  10. Und schließlich werden in nicht englischsprachigen Ländern sehr viele englische Übersetzungen deaktiviert. Zum einen lohnt es sich oft nicht mehr, weil der ausländische Tourismus zusammengebrochen ist, insbesondere in so Ländern wie Russland. Zum anderen ist der Aufwand etwas immer zweisprachig zu pflegen erheblich und kann von Ehrenamtlichen oft nicht geleistet werden. Und schließlich ist es auch nicht mehr notwendig, weil Browser inzwischen jede Sprache der Welt beim Laden der Seite übersetzen können.

Alle diese Probleme haben uns dazu gebracht unsere eigenen Links massiv zu überprüfen. Das gilt für diese Linklisten ebenso wie für die einzelnen Seiten. Wir haben inzwischen tausende Links gelöscht, auf https umgestellt, oder auf die andere Sprache umgestellt. Dabei haben wir zunehmend das Problem, dass Cloudfront und andere Schutzmechanismen kaputte Links vorgaukeln beziehungsweise durch einen redirect vorgaukeln, dass ein Link zu pflegen wäre. Wir haben deshalb beschlossen zukünftig derartige Links rigoros zu löschen. Bitte benutzen Sie eine Suchmaschine ihrer Wahl stattdessen.