Katakomben

Ossuarium


F090-019
Catacombes de Paris. Public Domain.
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Kostnice v Sedlci (Sedlec Ossuary), Czech Republic. Public Domain.

Der Name Katakomben stammt aus dem Griechischen kata kyumbas (an der Schlucht), das zu ad catacumbas romanisiert wurde. Was die Römer meinten, war ein Tal, zwischen dem zweiten und dritten Meilenstein der Via Appia, in dem Bausteine abgebaut worden waren. Der aufgelassene Steinbruch wurde von den frühen Christen dafür benutzt ihre Toten zu begraben, darunter die Apostel Peter und Paul. Sie wurde zur ältesten bekannten römischen Katakombe und bekamen viel später den Namen San Sebastiano. Nachdem sich der Name Katakomben für diesen Ort durchgesetzt hatte wurde er auf alle unterirdischen, labyrinthartigen, antiken Gräber in Rom angewandt. Heute wird die Definition von Katakomben oft vereinfacht als unterirdische Tunnel mit seitlich eingegrabenen Abteilen zur Aufnahme von Gräbern. Manchmal wird das Wort Katakomben auch für Keller unbekannter Herkunft und Nutzung verwendet, aber es wird immer für künstliche Höhlen verwendet.

Auch wenn Katakomben immer unterirdische Begräbnisstätten sind, so ist ihr Ursprung sehr häufig ein anderer. Die Gründe, warum sie ursprünglich egraben wurden, sind zahlreich: Keller, Lagerräume, Höhlenhäuser, Steinbrüche und vieles mehr. Während des Römischen Reiches, zur Zeit der Verfolgung der Christen, nutzten diese die Katakomben als Versteck. Sie bauten ihre Kirchen unterirdisch und begruben ihre Toten unterirdisch. Dies war die einzige Möglichkeit, sie nach christlichem Glauben zu begraben. Die Christen nutzten die Höhlen, um sich zu verstecken und zu leben, und vor allem, um Gott anzubeten, aber das Wort Katakombe wurde zu einem Synonym für unterirdische Gräber.

Heute gehen viele Katakomben in Europa auf die Zeiten der Pest, den Pandemien des Schwarzen Todes, zurück, als so viele Menschen starben, dass sie überall, wo es möglich war, auch in Massengräbern begraben wurden. Pandemien schufen die Notwendigkeit, Menschen zu begraben, bevor die Leichen der ehemaligen Besitzer der Gräber vollständig verrottet waren. Also wurden die Gräber geöffnet und die Knochen entfernt. Sie wurden in Beinhäusern aufbewahrt, die oft im Keller einer Kapelle oder Kirche lagen. Diese Beinhäuser wurden nicht für Begräbnisse verwendet, sondern nur für die Lagerung der Knochen nach der Exhumierung. Solche Beinhäuser werden Ossuarium genannt, aber auch hier vermischt sich der Begriff mit dem Begriff Katakombe. Zum Beispiel sind die berühmtesten Katakomben der Welt, die Katakomben von Paris, eigentlich ein Beinhaus. Aus diesem Grund haben wir die beiden Begriffe nicht getrennt.

Knochenhäuser waren im Barock besonders beliebt. Das MEMENTO MORI (Erinnern Sie sich an den Tod) war zu dieser Zeit recht populär. Den Menschen wurde gesagt, dass sie sich immer an ihren Tod erinnern müßten, damit sie verantwortungsbewusst leben konnten. Das führte jedoch auch dazu, dass die menschlichen Knochen bemalt oder anders verziert wurden, oder daß aus den Knochen Skulpturen, Symbole und sogar Kandelaber geformt wurden. Manche Künstler haben ihr Werk sogar mit menschlichen Knochen signiert.