Sinterterrassen von Weißenbrunn


Touristische Informationen:

Ort: Emstadter Straße, 96472 Rödental.
(50.3558629, 11.0061841)
Öffnungszeiten: frei zugänglich.
[2023]
Eintrittspreise: frei.
[2023]
Typ: KarstSinterterrassen
Licht: nicht notwendig
Dimension: A=390 m asl.
Führungen: nein
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur:  
Adresse: Rathaus Weißenbrunn, Bergstr. 21, 96369 Weißenbrunn, Tel: +49-9261-6021-0. E-mail:
Fremdenverkehrsverein Weißenbrunn, Rothmühlweg 2, 96369 Weißenbrunn, Cell: +49-176-70037193. E-mail:
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Geschichte


Bemerkungen

Die Sinterterrassen von Weißenbrunn sind Kalktuffablagerungen die durch die Ausfällung von Kalk im Bett des Birketsbach entstanden sind. Westlich der Ortschaft in einem kleinen Seitental der Itz entspringen zwei Karstquellen mit sehr kalkhaltigem Wasser. Das kalkreiche Wasser entspringt aus dem Unteren Muschenkalk an der Grenze zum Röt. Der Ortsname Weißenbrunn bedeutet weißer Brunnen und verweist auf das besonders kalkhaltige Wasser des Birkertsbachs. Der Kalktuff wurde in den jüngsten Zwischeneiszeiten abgelagert, zu Zeiten mit etwas höheren Temperaturen und wohl auch größeren Niederschlägen. Dabei ergoss sich das Wasser dieser Quellen über die Wiesen des ganzen Tales und lagerte ein Tufflager ab das 1000 m lang, 150-200 m breit und 8-13 m mächtig war.

Doch auch heute noch wird Kalktuff abgelagert, durch das Entweichen des Kohlendioxids aus dem Wasser ist dieses nicht mehr fähig den Kalk in Lösung zu halten. Dazu tragen auch die Moose im Bachbett bei, die das Kohlendioxid aus dem Wasser durch Fotosynthese verbrauchen, dabei jedoch von Kalk überkrustet werden und dafür verantwortlich sind, dass der abgelagerte Kalk porös ist. Daneben enthält das Gestein auch Gehäuse von Schnecken und die Abdrücke von Blättern und höheren Pflanzen die überkrustet wurden und danach vermodert sind. Das Gestein wurde in früheren Zeiten zu Bauzwecken abgebaut, im Besonderen für Schornsteine und Gewölbe, wurde aber auch bei der Glasherstellung verwendet. Durch die hohe Porösität isoliert es sehr gut.

Bei den Sinterterrassen handelt es sich um sehr junge Ablagerungen, die im Bachbett Dämme bilden und dadurch das Wasser in einer Serie von Becken oder Stufen aufstauen. Man kann sie an vielen Stellen beobachten, die schönsten befinden sich in der Ortschaft an der Ernstadter Straße, in einem kleinen Park. Hier überwindet der Bach in einem vierstufigen Wasserfall fünfzehn Höhenmeter. Hier befindet sich auch eine Tafel mit Erklärungen. Die Sinterterrassen sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) als Geotop geschützt.

Weißenbrunn liegt im südlichen Vorland des Thüringer Waldes, allerdings nicht in Thüringen, sondern in Oberfranken, unweit der Grenze. Geologisch gehört es zum Obermain-Bruchschollenland.