Pützlöcher


Touristische Informationen:

Ort: Newel-Butzweiler, Kordel. Rund 1,7 km nördlich der Kirche von Butzweiler am Hang des Butzerbachtales. Vom Wanderparkplatz Römerpfad (49.820147, 6.628379) sind es ca. 600 m Fußweg. Nördlich von Trier.
(49.8233862, 6.6349312)
Öffnungszeiten: Steinbruch: frei zugänglich.
Bergwerk: Tag des offenen Denkmals, 2. So im SEP.
[2026]
Eintrittspreise: Steinbruch: frei.
[2026]
Typ: MineKupfer SubterraneaUnterirdische Steinbrüche
Licht: Taschenlampe mitbringen
Dimension: VR=19,45 m.
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Bruno Kremer (2002): Die "Pützlöcher" - Vom römischen Kupferbergwerk zu den Steinbrüchen des 20. Jahrhunders In: Butzweiler und seine Umgebung. Herausgegeben vom Heimatverein Butzweiler e.V.im Jahre 2002 zum Jubiläum „20 Jahre Heimatverein Butzweiler“. Veränderter Nachdruck von 2004.
(2013): Schuften für buntes Glas und Schminke Butzweiler Michel, Ausgabe 1/2013, S. 5. pdf
Adresse: Heimatverein Butzweiler e.V., Remigiusstraße 1, 54309 Newel, Tel: +49-6505-8950.
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Geschichte

~140 Kupferabbau.
~180 Kupferabbau beendet.
3. Jahrhundert Sandsteinabbau beendet.
18. Jahrhundert Reaktivierung des Sandsteinabbaus.
1967 archäologische Ausgrabungen.
1991 archäologische Ausgrabungen.

Geologie

Das kupferhaltige Gestein ist Azurit und Malachit, und liegt in schmalen, schwartenartigen Schichten vor. Ein Abbau war wohl nie lohnend, sodass sowohl in römischer Zeit als auch im 18. Jahrhundert der Abbau schnell wieder eingestellt wurde. Es wird auch vermutet, dass das Erz nicht für die Kupfergewinnung abgebaut wurde, sondern zur Herstellung von Farbstoffen für die Glasproduktion in Kordel und für Schminke. Der abgebaute Sandstein stammt aus dem Buntsandstein und wurde im Gebiet um Kordel an vielen Stellen abgebaut. Der industrielle Abbau begann jedoch erst 1855.

Bemerkungen

Die Pützlöcher sind die Überreste eines römischen Kupferbergwerks aus dem ersten und zweiten Jahrhundert. Damit ist dies das älteste römische Bergwerk auf deutschem Boden und zählt zu den bedeutenden technischen Denkmälern der Römerzeit. Manchmal findet man auch die Behauptung es wäre das älteste Bergwerk in Deutschland, das ist natürlich Unsinn, weil es einige Bergwerke aus der Steinzeit gibt, die mehr als doppelt so alt sind. Doch die ganze Anlage ist eigentlich ein Sandsteinbruch, in dem Quadersteine abgebaut wurden, zum Beispiel für den Bau der Porta Nigra. Dies ist leicht nachzuweisen, da die Besitzerbenennung MARCI in Steine im Steinbruch und in der Porta Nigra eingeritzt ist. Der Steinbruch wurde auch im dritten Jahrhundert weiter betrieben, nachdem das Bergwerk bereits im zweiten Jahrhundert geschlossen worden war.

Der Name Pützlöcher ist leicht zu erklären, Pütz ist im örtlichen Dialekt eine Pfütze, es sind also Wasserlöcher gemeint, Löcher in denen sich das Regenwasser sammelt. Der Steinbruch ist auch als Pützlay bekannt, wobei lay der regional gebräuchliche Begriff für Stein oder Steinbruch, aber auch Fels, ist. Am bekanntesten ist wohl Lorelay (Lorelei), die "Lore auf dem Fels". Die Pützlöcher sind neun kreisrunde bzw. ovale Schächte mit einem Durchmesser von 1,15 bis 1,25 Metern und einer Tiefe bis zu 19,45 m. Es scheint jedoch keine nennenswerten Erze gegeben zu haben, so dass nach der Anlage einiger Suchschächte und Suchstollen der Abbau wieder eingestellt wurde.

Ein weiterer Versuch im 18. Jahrhundert war wohl genauso wenig erfolgreich. Aus dieser Zeit stammen die Jahreszahl 1781 über dem Stolleneingang und verschiedene auf jüngere Sprengungen zurückzuführende Bohrlochpfeifen. Unglücklicherweise wurden aber bei diesem Abbau auch noch einige Spuren des römischen Bergbaus zerstört, die sich fast 2000 Jahre erhalten hatten. Das Gleiche gilt für den benachbarten Steinbruch, in dem noch in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts eine römische Inschrift beseitigt wurde. Teilweise sind die Schächte durch Stollen aus dieser Zeit miteinander verbunden.

Das Bergwerk dokumentiert die technischen Verhältnisse eines größeren Bergwerkbetriebes. Es ist mit einem Gitter verschlossen und kann nur nach Vereinbarung besucht werden. Frei zugänglich ist dagegen der Steinbruch, in dem die unterschiedlichen Bearbeitungsstadien der Quader erkennbar sind. Typisch sind die Schrotgräben, Keil- und Hebellöcher vorbereiteter Quader sowie stufenförmig abgearbeitete Steilwände. An den Sichtflächen und Trenngräben sind gleichmäßig nebeneinandergesetzte Spitzhiebe zu erkennen. Mit zunehmender Tiefe nehmen die Radien zu, das bogenförmige Muster ist charakteristisch.

Der Steinbruch mit dem Namen Pützlöcher ist frei zugänglich und es gibt auch ein großes Schild das den geschichtlichen Hintergrund erläutert. Er wurde mehrfach ausgegraben, Schächte freigelegt und die Stollen zur Sicherheit mit Gittern verschlossen. Besichtigt werden die Schächte, die im 19. Jahrhundert beim Abbau von Steinen mit Stollen angeschnitten wurden, es wird also nicht geklettert, der Weg ist mehr oder weniger horizontal. Allerdings muss jemand vom Heimatverein Butzweiler e.V.die Führung machen. Früher haben sie Führungen auf Anfrage angeboten, inzwischen geben sie solche Informationen nicht mehr. Immerhin sind die Pützlöcher jedes Jahr am Tag des Offenen Denkmals am 2. Sonntag im Semptember ganztägig geöffnet.