Schaubergwerk Hochfeld

Knappenwand


Touristische Informationen:

Ort: Neukirchen, Hochfeld im Untersulzbachtal.
Inntal-Autobahn: Entweder Ausfahrt Kufstein aus Richtung Norden oder Ausfahrt Wörgl Ost aus Richtung Süden. Folgen Sie den Schildern nach Kitzbühel, dann Pass Thurn nach Mittersill und anschließend Neukirchen.
Tauernautobahn: Ausfahrt Bischofshofen, dann Zell am See, Mittersill, Neukirchen.
Parken Sie an der Einödbrücke über die Salzach. Es gibt zwei Wanderwege zum Bergwerk, beide dauern etwa 1 Stunde. Es manchmal möglich, mit dem eLINER (Shuttlebus) hinzufahren, Abfahrt am TVB Neukirchen.
(47.2219588, 12.2739545)
Öffnungszeiten: 07-JUL bis SEP Mo-Fr 11-13, 14-15.
Telefonische Voranmeldung obligatorisch.
eLINER: 07-JUL bis SEP Di, Mi 10:15.
[2025]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 10, Kinder (10-15) EUR 5.
Kombiticket mit eLINER: Erwachsene EUR 15, Kinder (10-15) EUR 10.
[2025]
Typ: MineKupfer
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: L=4,000 m, T=6 °C.
Führungen: L=1,200 m, D=2 h.
V=7,000 [2007] V=2,500 [2012]
Fotografieren:  
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Schaubergwerk Hochfeld, Untersulzbach 16, 5741 Neukirchen, Tel: +43-720-710-730. E-mail:
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Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1525 erste schriftliche Erwähnung des Kupferbergbaus im Untersulzbachtal.
1537 erste Erwähnung des Namens Hochfeld.
1701 Gregori Perger aus Bramberg begann mit dem Bergbau, verlor jedoch sein gesamtes Vermögen.
1745 Ein Brand zerstört alle Bergwerksgebäude an der Oberfläche.
1758 Der Fürsterzbischof von Salzburg besitzt 8/9 Anteile der Bergwerke.
1761 Gebäude und Straßen werden durch eine Überschwemmung zerstört.
1780 Neue Technologien führen zu einer Steigerung der Produktion.
1781 Fürsterzbischof von Salzburg besitzt alle Bergwerke.
1805 Bergwerke werden vom österreichischen Staat übernommen.
1810 Bergbau wurde für kurze Zeit bayerisch und erhielt den Namen Königlich-Bayerischer Kupfer Bergbau Untersulzbach.
1855 Bergbau war nicht mehr rentabel und wurde an einen neuen privaten Eigentümer verkauft.
1857 Die Bergwerke wurden geschlossen.
1909 Die Bergwerke wurden wiedereröffnet.
1928 Schließung der Bergwerke.
1946 Wiedereröffnung der Bergwerke nach dem Zweiten Weltkrieg.
1954 Bergwerke endgültig geschlossen.
1986–1996 Ausbau zu einem Schaubergwerk durch das Zukunftskollegium Nationalpark Hohe Tauern Neukirchen.
2011 Schaubergwerk vom Nationalpark Hohe Tauern übernommen.
2013 Schaubergwerk vom Nationalpark Hohe Tauern geschlossen.
AUG-2013 Geo-Lehrweg eröffnet.

Geologie

Dieser Teil Österreichs wird als Tauernfenster bezeichnet und ist ein Fenster aus alten, vielfältigen kristallinen Gesteinen, das von einem Rahmen aus jungen Sedimentgesteinen umgeben ist. Dies ist eine typische Struktur für alpine Orogenesen, bei denen die Hebung in der Mitte am stärksten ist, sodass das kristalline Grundgebirge angehoben wird und an die Oberfläche gelangt, nachdem die darüber liegenden Sedimentgesteine erodiert sind.

Die Kupfererze sind das Ergebnis hydrothermaler Aktivitäten am Meeresboden vor etwa 700 bis 350 Millionen Jahren. Das Kupfer bildete Schichten in den Sedimentgesteinen, wurde jedoch gelöst, metamorphisiert und schließlich während der letzten 35 Millionen Jahre im Zuge der alpinen Gebirgsbildung gefaltet.

Das Gebiet ist bekannt für seine zahlreichen Mineralien, die sich in Gängen gebildet haben und sehr vielfältig sind. Im Gegensatz zu Ländern wie Australien ist das Sammeln von Mineralien erlaubt, solange die Natur und die Weiden nicht zerstört werden. Wenn Sie also gerne Mineralien sammeln, tun Sie dies, aber bringen Sie keine schweren Maschinen mit. Ein gutes Gebiet zum Sammeln ist die Knappenwand, die für ihre Epidote bekannt ist.

Bemerkungen

Die Besichtigung des Schaubergwerks Hochfeld beginnt mit dem Hieronymus-Erbstollen, einem Entwässerungsstollen. Die Besucher gelangen nun zum Hauptgesenk, dem Hauptstollen des Hieronymus. Durch den Hieronymus Abendstollflügel unterqueren die Besucher den Untersulzbach, den Fluss des Tals oberhalb, in 35 m Tiefe. Über eine unterirdische Treppe namens Rudlfahrte gelangt man zum nächsten großen Abbauort namens St. Martin-Unterbau. Den zentralen erzhaltigen Gesteinen folgend, steigen die Besucher zum St. Martin-Stollen hinauf, über den sie das Bergwerk verlassen. Der Knappenweg ist ein Weg an der Oberfläche, der die Überreste der oberirdischen Gebäude zeigt und die Besucher zurück zum Eingang des Bergwerks führt. In der österreichischen Bergmannssprache ist ein Knappenweg der Weg, den die Knappen nahmen, um zum Bergwerk zu kommen oder um Erz abzutransportieren.

Die Bergwerke am Hochfeld im Untersulzbachtal bauten eine Lagerstätte mit sehr geringen und dünnen Gängen von sehr hochwertigem Kupfererz ab. Die Blütezeit lag zwischen 1780 und 1855, die jährliche Produktion betrug etwa 25 Tonnen Kupfer.

Die Führungen sind etwas anstrengend, und im Bergwerk ist es außerdem kalt. Tragen Sie feste Stiefel und gute, warme Kleidung. Eine weniger zeitaufwendige und anstrengende Alternative ist ein Besuch des Samerhofstalls in Neukirchen. Dieser ehemalige Stall wurde vom Nationalpark zu einem Naturmuseum umgebaut. Neben Ausstellungen zu verschiedenen Themen wie dem kanadischen Küstenregenwald gibt es ein Hauptthema, den Kupferbergbau in Hochfeld. Außerdem gibt es den Geo-Lehrweg "Blick ins Tauernfenster", an dessen Ende der 133 Meter lange St. Martin-Stollen begehbar ist. Der Geo-Lehrweg startet beim Gasthof Schütthof in Neukirchen, ist gut 2 km lang und man sollte für Hin- und Rückweg und die Besichtigungen etwa 2 Stunden rechnen.

Wie bereits erwähnt ist der Besuch des Bergwerks nicht ganz einfach. Das ist wohl auch der Grund, warum die Zahl der Besucher immer recht gering war. Dem stehen allerdings erhebliche Kosten für den Unterhalt entgegen. Der Betrieb eines Schaubergwerks kann in den meisten Fällen nur ehrenamtlich aufrechterhalten werden, dennoch sollten die Einnahmen wenigstens die unvermeidlichen Kosten decken. Der Verein hat wohl im Laufe der Jahre erhebliche staatliche Zuschüsse bekommen, zudem wurde er später auch vom Nationalpark bezuschusst. Der Nationalpark übernahm das Schaubergwerk 2011, da kamen dann wohl noch Personalkosten dazu, und es ergaben sich 67.000 € Verlust pro Jahr. Da der Nationalpark sich nicht für die Vermittlung von Montangeschichte zuständig sieht, nur für die Vermittlung der Geologie, wurde das Schaubergwerk 2013 einfach durch den Geo-Lehrweg ersetzt. Diese Entscheidung des Nationalparks wurde massiv kritisiert. Grundsätzlich war diese Institution wohl mit dem Betrieb eines Schaubergwerks überfordert, Sicherheitsbestimmungen wurden nicht eingehalten, und zudem die Pläne zur Schließung wohl nicht kommuniziert. Besonders ärgerlich war, dass der Verein kurz vor der Übergabe die Lichtanlage in ehrenamtlicher Leistung erneuert hatte. Irgendwann hat der Nationalpark wohl dem Druck der Öffentlichkeit nachgegeben und inzwischen ist das Schubergwerk wenigstens in den Sommermonaten wieder zugänglich.

Noch ein letzter Hinweis. Der Verein, der das Schaubergwerk betrieben hat, hatte seinen Sitz im Samerhofstall, einem historischen Gebäude. Es wurde auch als Kultur- und Informationszentrum Samerhofstall bezeichnet und hatte auch eine Inforstelle des Nationalparks. Außergewöhnlich war die Ausstellung Mineral & Erz-Knappenweg Untersulzbachtal. Leider ist das Museum dauerhaft geschlossen, noch existierende Verweise im Internet sind veraltet.