Schaubergwerk Sunnpau


Touristische Informationen:

Ort: Stein 36, 5621 St. Veit im Pongau.
Von Salzburg A10 Richtung Süden, Ausfahrt Bischofshofen. 311 Ausfahrt St. Veit im Pongau. L218 durch St. Veit im Pongau, am Restaurant Brennerwirt rechts abbiegen, auf schmaler Straße 1 km bis zum Parkplatz. 15 Minuten Fußweg bis zum Bergwerk.
(47.3407783, 13.1250507)
Öffnungszeiten: Schaubergwerk Sunnpau: MAI bis SEP Mi, So 10-15.
Seelackenmuseum: MAI bis SEP Mi 13-16, 19-21, So 10-12, 13-16.
[2025]
Eintrittspreise: Schaubergwerk Sunnpau:
Erwachsene EUR 15, Kinder (6-15) EUR 8, Kinder (4-5) frei.
Gruppen (8+): Erwachsene EUR 12, Schüler EUR 6.
Seelackenmuseum:
Erwachsene EUR 5, Kinder (6-15) EUR 2,50, Kinder (0-5) frei.
Gruppen (8+): Erwachsene EUR 4, Schüler EUR 1,50.
[2025]
Typ: MineKupfer ExplainÄltester Bergbau MineFeuersetzen
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: T=8 °C.
Führungen: D=60 min, MinAge=4. Deutsch - German English
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Schaubergwerk Sunnpau, Stein 36, 5621 St. Veit im Pongau, Cell: +43-664-9981-6314. E-mail:
Seelackenmuseum, Museumsweg 1, 5621 St.Veit im Pongau, Tel: +43-660-1228-855. E-mail:
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Geschichte

1543 50 Tonnen Kupfererz wurden in 19 Bergwerken abgebaut.
14. Jahrhundert Bergwerke wiedereröffnet, um Kupfer für die Goldproduktion zu gewinnen.
17. Jahrhundert Bergwerk nach Rückgang der Kupfernachfrage geschlossen.
18. Jahrhundert auf Befehl von Kaiserin Maria Theresia wiedereröffnet.
1875 Schließung des Bergwerks.
1985 archäologische Grabungen der Universitäten Southampton und Innsbruck am Klinglberg.
1990 archäologische Ausgrabungen im Bergwerk.
2006 Ende der Ausgrabungen.
2007 Eröffnung als Schaubergwerk.
2009 1700 Jahre alte Grubenlampe aus Ton gefunden.

Geologie


Bemerkungen

Das Schaubergwerk Sunnpau blickt auf eine 4.000-jährige Geschichte zurück. Der Bergbau begann in prähistorischer Zeit, als die Bergleute Feuer und Wasser einsetzten, um das Gestein zu spalten. Im Mittelalter verwendeten sie Hammer und Meißel, und später revolutionierte der Einsatz von Schwarzpulver den Bergbau. Es ist eines der ältesten Bergwerke Europas und ähnlich alt wie das Salzbergwerk in Hallstatt.

In der Bronzezeit war Kupfer für die Herstellung von Bronze sehr wichtig. Zu dieser Zeit gab es nur Feuerstein- und Bronzewerkzeuge, sodass es schwierig war, das Erz abzubauen. Aber sie hatten eine langsame, aber effiziente Technik, bei der sie vor dem Erzkörper ein Feuer entfachten. Das heiße Erz dehnte sich aus, dann warfen sie einen Eimer kaltes Wasser auf das Erz, wodurch es sofort abkühlte und zerbrach. Danach war es recht einfach, es in Stücke zu zerbrechen und diese einzusammeln. Das MineFeuersetzen als Abbautechnik funktionierte gut, erforderte jedoch viel Holz und war langsam. Der Grund, warum die Bergwerke zum ersten Mal aufgegeben wurden, war jedoch einfach das Ende der Bronzezeit. Kupfer war nicht mehr wertvoll und die Bergwerke wurden geschlossen.

Die Erze gerieten für Jahrhunderte in Vergessenheit, bis sie im 14. Jahrhundert wiederentdeckt und die Bergwerke wiedereröffnet wurden. Das Kupfer wurde für die Herstellung von Tauerngold im Hochofen in Lend benötigt. Das Sunnpau-Bergwerk gehörte der Familie Weitmoser, einer wohlhabenden Bergbaufamilie aus Gastein. Im Mittelalter gab es Dutzende von Gruben, in denen nach Kupfererz gesucht wurde. Die Produktion war beeindruckend, beispielsweise wurden im Jahr 1543 in 19 Stollen 50 Tonnen Erz abgebaut. Doch der Goldabbau in den Tauern ging zurück, und in der Folge der Bedarf an Kupfer. Nach einem deutlichen Rückgang im 16. Jahrhundert wurde das Bergwerk schließlich im 17. Jahrhundert geschlossen.

Im 18. Jahrhundert wurde das Bergwerk auf Befehl von Kaiserin Maria Theresia wieder in Betrieb genommen. Es wurde 1875 erneut geschlossen, als der Bergbau nicht mehr rentabel war.

Das Bergwerk wurde zwischen 1990 und 2006 ein letztes Mal wiedereröffnet, jedoch nicht für den Bergbau. Archäologische Ausgrabungen brachten ein 3000 Jahre altes Grab eines keltischen Bergmanns mit mehreren Grabbeigaben zum Vorschein. Diese Epoche wird lokal als Urnenfelderzeit bezeichnet, da sie durch Urnenfeldbestattungen gekennzeichnet ist. Eine solche Körperbestattung ist deshalb außergewöhnlich. Auch die Beigaben sind außergewöhnlich: eine Lanzenspitze, Töpferwaren und der Schädel eines Fuchses. Das Grab wurde im Schaubergwerk rekonstruiert, die Gegenstände sind im Seelackenmuseum im nahe gelegenen St. Veit im Pongau ausgestellt.

Die archäologische Ausgrabung erforderte die Aufwältigung und Sicherung des Bergwerks, um die Archäologen vor Unfällen zu schützen. Um die Arbeit zu erleichtern wurde Licht installiert und Wege angelegt. Nach Abschluss der Ausgrabungen stelle man fest, dass alles bereits mit Strom und Wegen vorbereitet war und nur relativ wenig zusätzliche Arbeit nötig war um es in ein Schaubergwerk zu verwandeln. Zudem war es durch die archäologischen Funde bereits bekannt. So wurde es nach nur einem Jahr als Schaubergwerk eröffnet. Sowohl das Seelackenmuseum als auch das Schaubergwerk werden vom Museumsverein St. Veit im Pongau betrieben. Daneben betreuen sie auch den Thomas-Bernhard Weg, einen gut ausgebauten Themenweg über den Schriftsteller Thomas Bernhard, der hier mehrmals in der Lungenheilanstalt behandelt wurde.

Die Führung betritt das Bergwerk durch den Erbstollen, der zum Entwässern des Bergwerks diente. Hier werden sowohl der mittelalterliche Abbau mit Schlägel und Eisen als auch der Abbau mit Schwarzpulver und Dynamit vorgestellt. Dann wird der Matthiasstollen erreicht, der bronzezeitliche Teil des Bergwerks, der über 3000 Jahre alt ist. Schließlich wird die Große Halle erreicht, mit ihren 10 m Deckenhöhe ist sie für den bronzezeitlichen Bergbau in Mitteleuropa einmalig. Hier befindet auch die Rekonstruktion des Grabes. Nach dem Verlassen des Bergwerks werden noch die bronzezeitlichen Schmelzöfen besichtigt.

Wir raten dringend danach einen Besuch im Seelackenmuseum zu machen. Das Museum hat unter anderem die wichtigsten Funde aus den diversen archäologischen Ausgrabungen zu bieten,

Der Verein hatte eine Homepage mit der domain schaubergwerk-sunnpau.at, die haben sie jedoch aufgegeben, um eine neue domain mit dem Namen ihres Vereins anzulegen. Dort sind alle drei betreuten Objekte beschrieben, das Design ist angenehm und die Seiten sind informativ. Tatsächlich ist der Umstieg sehr zu begrüßen, das alte Framebasierte Design war etwas unpraktisch. Zudem gibt es auf der Website auch einen kostenlosen Audioguide zum herunterladen. Die alte domain hat inzwischen eine Gruppe von Fans übernommen, allerdings lässt die geplante Gallerie mit Fotos schon über zwei Jahre auf sich warten.