Hüttenstollen Osterwald


Touristische Informationen:

Ort: Steigerbrink 25, 31020 Salzhemmendorf/OT Osterwald.
A7 (E45) Ausfahrt Hildesheim, B1 nach Westen, in Oldendorf rechts ab nach Osterwald.
(52.114267, 9.62595)
Öffnungszeiten: Museum: APR bis OKT Mi 14-17, So 11-17.
Bergwerk: APR bis OKT Mi 15, So 11, 13, 15.
[2026]
Eintrittspreise: Museum: frei.
Bergwerk mit Museum: Erwachsene EUR 6, Kinder (6-14) EUR 4, Kinder (0-5) frei.
[2026]
Typ: MineKohle
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: T=8 °C.
Führungen: L=900 m, D=90 min.
Fotografieren:
Zugänglichkeit:
Literatur:
Adresse: Besucherbergwerk Hüttenstollen, Steigerbrink 25, 31020 Salzhemmendorf/OT Osterwald, Tel: +49-5153-964846. kontakt@der-huettenstollen.de
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Geschichte

1584 Herzog Julius von Braunschweig beginnt im Osterwald nach Kohle zu schürfen.
1586 erste urkundliche Erwähnung.
1685 verpachtet an das Hemmendorfer Salzwerk.
1694 Ende der Verpachtung.
1701 Osterwalder Glashütte gegründet.
1740 Modenisierung der Anlage.
1746 Beginn des Wasserstollens.
1767 Wasserstollen fertig.
1810 neue Kohlefunde an der Hohen-Warte.
1833 modenisierung der Anlage.
1842 fünf neue Stollen, die Belegschaft beträgt jetzt 300 Mann.
1866 in preußischem Besitz, abteufen des Tiefbauschachtes.
1898 Tiefbauschacht fertig.
1899 Verkauf an die Fabrik für Feuer- und Säurefeste Produkte zu Vassendar am Rhein.
1901 Konkurs, Bergwerk geht an Siemens. Belegschaft steigt wieder von 150 auf 175 Kumpel.
1926 "Gustav-Stollen" geschlossen.
1945 im Plattenbrink neues Flöz freigelegt.
1948 Hüttenstollen geschlossen.
1953 Bergbau eingestellt.
16-JUN-1980 Verein zur Förderung des Bergmannwesens Osterwald e.V. gegründet, Ausbau als Schaubergwerk.
28-JUN-1980 erste 40 m des Stollens feierlich eröffnet.
1985 Orts- und Industriemuseum eröffnet.
2009 erster Teil des Bergmannswegs eröffnet.
2012 zweiter Teil des Bergmannswegs eröffnet

Geologie

Die in Osterwald abgebaute Kohle wird Wealdenkohle genannt, weil sie im Wealden während der unteren Kreide abgelagert wurde. Diese Kohleflöze sind in Norddeutschland weit verbreitet, das Zentrum liegt im Weser-Ems-Gebiet. Die Kohle stellt den Überrest eines tropisch-subtropischen Sumpfwaldmoors dar, in dem zypressenähnliche Bäume, Ginkgoarten, Koniferen, Farne und Palmen wuchsen. Dieser Sumpf wurde periodisch von Sanden bedeckt, die von Flüssen im Osnabrücker Raum stammten. Die bedeckten Torfschichten wurden dann durch den Prozess der Inkohlung in Steinkohle umgewandelt. Die Steinkohle in Osterwald trat in fünf abbauwürdigen Flözen auf mit einer Mächtigkeit von zwischen 35 cm und 70 cm.

Bemerkungen

Das Schaubergwerk heist einfach Hüttenstollen, der volle Name wäre Besucherbergwerk und Museum Osterwald. Die Befahrung des 450 m langen Stollens bei einer 90-minütigen Führung zeigt anschaulich die Geologie und die Arbeitswelt der Bergleute. Da die Flöze nur maximal 70 cm dick sind und im Sinne eines profitablen Abbaus nur die Kohle abgebaut wurde, nicht das Umgebungsgestein, waren die Abbaue sehr niedrig. Die Kohle wurde also im Liegen von Hand herausgehauen. Nur die Zugangsstollen, wie der Hüttenstollen, waren von normaler Höhe, um einen schnellen Zugang und den Abtransport mit Hunten zu erlauben. Der Bergbau in der Gegend erfolgte bereits im 16. Jahrhundert in kleinem Rahmen, Herzog Julius von Braunschweig begann bereits 1584 im Osterwald nach Kohle zu schürfen. Doch dieser Stollen wurde erst 1842 aufgefahren und war bis zur Schließung 1953 mehr als ein Jahrhundert in Betrieb.

Der Ortsrat Osterwald beschloss 1977, den Hüttenstollen und das angrenzende Gelände herzurichten, um sie zu erhalten. Anlass war der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Gemeindedirektor Buchmann regte an, ein Stück des Hüttenstollens wieder begehbar zu machen. Erste Arbeiten wurden von freiwilligen Helfern des Bergmannsvereins Rössing-Barnten mit Unterstützung des Bauhofes Salzhemmendorf durchgeführt. Offensichtlich haben die Einheimischen dabei einen Bezug zum Bergbau erworben und hatten die Idee regelmäßig Führungen zu anzubieten. 1980 wurde dazu der Verein zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald e.V. gegründet. Im selben Jahr wurde auch das Schaubergwerk eröffnet.

Neben dem Besucherbergwerk, nur wenige Schritte vom Stollenmundloch entfernt, gibt es ein Bergbaumuseum. Dieses wurde in den letzten Jahrzehnten stetig ausgebaut und hat inzwischen sechs Dauerausstellungen. Ursprünglich wurde vor allem das Gezähe (Werkzeug) der Bergleute vorgestellt. Inzwischen gibt es die Ausstellungen Energie aus Steinkohle, Erdgeschichte mit Schwerpubnkt Kohlebildung, Steinbrüche in denen die Sandsteine der Wealden-Stufe „Bückeberg-Formation“ abgebaut wurden, Glasproduktion in der Lauensteiner Glashütte, und die Tonverarbeitung der Wealden-Schiefertone in Ziegeleien. Die sechste ist schließlich der eigentliche Steinkohlebergbau. Dies wird durch regelmäßige Sonderausstellungen und Vorträge und andere Veranstaltungen ergänzt. Daneben gibt es noch etwas größere Ausstellungstücke auf dem Außengelände.

Regelmäßige Führungen finden im Sommerhalbjahr am Mittwoch und Sonntag statt. Zusätzlich finden an den Feiertagen besondere Veranstaltungen statt. Im Detail kann man die Themen auf der Website nachlesen. Die Führungen sin wie immer durch kühle und feuchtes Klima im Stollen geprägt, eine Jacke und festes Schuhwerk sind zu empfehlen. Helme werden, wie in Schaubergwerken üblich, gestellt.

Der Bergmannsweg Bad Münder–Osterwald führt rund um Deister, Süntel, Nesselberg und Osterwald. Der Bergbau hier ist vielseitig, Steinkohlenbergwerke, Sand-, Ton und Kalksteinbrüche sowie Salinen liegen am Weg. Der erste Teil der Strecke wurde 2009 eröffnet, der zweite 2012, inzwischen ist der Weg 5,9 km lang, es gibt aber am Weg mehrere Parkplätze, sodass er auch in Teilen begangen werden kann.