| Ort: |
Wettelrode/Harz, 5 km nördlich von Sangerhausen.
(51.5172544, 11.2820637) |
| Öffnungszeiten: |
Museum: All year Mi-So 10-16. Seilfahrten: 10:30, 11:45, 13, 14:15. [2026] |
| Eintrittspreise: |
Museum: Erwachsene EUR 4, Kinder (5-16) EUR 2. Museum und Schaubergwerk: Erwachsene EUR 22, Kinder (5-16) EUR 8, Families (2+2) EUR 50. Gruppen (20+): Erwachsene EUR 18. Tour 1 Segen-Gottes-Schlotte EUR 139. Tour 2 Elisabethschächter Schlotte EUR 159. Tour 3 Altbergbau EUR 70. Tour 4 Altbergbau Spezial EUR 129. [2026] |
| Typ: |
Kupfer
Karsthöhle
Gipshöhlen
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| Licht: |
Elektrisches Licht
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| Dimension: | |
| Führungen: | VR=283 m, L=1,000 m Grubenbahn, L=500 m zu Fuß, D=75 min. |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | yes |
| Literatur: | |
| Adresse: |
Bergbaumuseum Röhrigschacht, 06528 Wettelrode, Tel: +49-3464-587816.
E-mail: |
| Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
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| ~1200 | Beginn des Bergbaus um Sangerhausen. |
| 1452 | erstmals urkundlich erwähnt. |
| 1618-1648 | im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Bergbau vollständig eingestellt. |
| 1675 | geschlossene Bergwerke und Schächte wiedereröffnet. |
| 1825 | die Mansfelder Gewerkschaft kaufte Bergwerke auf und modernisierte sie. |
| 1830 | Segen Gottes Stollen Baubeginn. |
| 01-OKT-1885 | Ende des Bergbaus. |
| 1922 | stählernes Schachtfördergerüst errichtet. |
| 1922-1930 | Erkundungsarbeiten ohne Ergebnis. |
| 1951 | Schacht zur Wetterführung für die Sangerhäuser Kupfergruben genutzt. |
| 1987 | übertägiges Bergbaumuseum eröffnet. |
| 10-AUG-1990 | Bergbau beendet. |
| 19-MÄR-1991 | neues Museum und Schaubergwerk eröffnet. |
| 2013 | Dauerausstellung „Dies und anderes mehr kommt alles vom Bergbau her“ eröffnet. |
Der Kupferbergbau in Thüringen stützt sich auf eine 30 bis 35 cm dicke Schieferschicht, die einen eher geringen Kupfergehalt aufweist. Dieses Kupfer war jedoch relativ leicht zugänglich und konnte seit dem frühen Mittelalter verarbeitet werden. Der Bergbau hat also eine sehr lange Tradition, und viele Bergwerke und Höhlen in diesem Gebiet haben einen historischen Bezug zu diesem Kupferschiefer.
Auch die Namen der Gesteine, die bis heute in der Geologie verwendet werden, wurden von den mittelalterlichen Bergleuten geprägt. Am Ende des frühen Perm wurde das Gebiet überflutet und zu einem flachen Meer. Zuerst lagerte sich in einem kurzen Zeitraum eine dünne Schicht aus Ton, Kalkstein und Kohle ab, der eine schieferartige Struktur aufweist. Während des Zechsteins wurden riesige Gipsschichten aus einem flachen Meer in einem ariden Klima abgelagert. Das Wasser verdunstete, und der Gips, der im Wasser gelöst war, blieb zurück. Das Rotliegende heißt so, weil es rot ist und unter dem Erz "liegt". Der Kupferschiefer ist die kupferhaltige Schicht, die abgebaut wurde, also das eigentlich Erz. Zechstein ist die Schicht über dem Erz, durch das sich die Bergleute hindurcharbeiten mussten, um an das Erz zu gelangen, in dem sich also die Zeche befindet.
Der Kupferschiefer ist in ganz Nordeuropa in der Regel von drei bis vier km Sedimentgestein bedeckt. Doch während der Kreidezeit wurde der Harz durch eine massive Hebung gebildet, die sich einen Weg durch all diese Schichten bahnte. Die angehobenen Gesteine wurden dabei erodiert. Der Harz besteht deshalb aus dem sogenannten Grundgebirge, die zuvor darüber liegenden Gesteine sind vollständig verwittert. Auch um den Harz herum wurden die Schichten angehoben, manchmal sogar schräg gestellt oder gar umgedreht. So gelangte der Kupferschiefer rund um den Harz an die Oberfläche und war den mittelalterlichen Bergleuten im Tagebau zugänglich. Im Laufe der Zeit folgten die Bergwerke dem langsam absinkenden Kupfererz vom Harzrand in das Becken, und der Tagebau wurde durch den Tiefbau ersetzt. Dieses Bergwerk war ein recht junges Bergwerk, das seine Blütezeit im 19. Jahrhundert hatte. Zu dieser Zeit wurde der Kupferschiefer bereit so weit im becken abgebaut, dass er sich fast 300 m unter der Erdoberfläche befindet.
Das Schaubergwerk Röhrigschacht befindet sich in Wettelrode, nördlich von Sangerhausen. Es begann mit einem obertägigen Museum zur Geologie und Mineralogie der Lagerstätte sowie zur 800-jährigen Geschichte des Kupferschieferbergbaus. Dieses wurde bereits 1987 eröffnet, als das Bergwerk noch in Betrieb war. 2013 wurde das Museum umfangreich saniert und die Dauerausstellung „Dies und anderes mehr kommt alles vom Bergbau her“ eröffnet. Doch Der Bergbau ist nur eines von drei Hauptthemen, die anderen beiden sind Der Berg, also die Geologie der Lagerstätte, und Der Bergmann, also das Leben und Arbeitden der Bergleute über eine Spanne von 800 Jahren. Das Museum stellt Werkzeuge und andere Ausrüstung aus, hat Modelle, historische Urkunden und Bilddokumente. Außergewöhnlich ist die Sammlung von Mineralien und Fossilien, denn der Kupferschiefer enthält viele Fossilien. Das Freilichtmuseum im Hof zeigt Bohr- und Ladegeräte, untertägige Transportmittel, Abbaumechanisierung, Geräte und Maschinen der Wetterführung und Wasserhaltung. Im Haldenbereich gibt es eine Ausstellung der Schachtfördertechnik im Kupferschieferbergbau, und auch die Schachtfördertechnik des Schaubergwerks kann besichtigt werden. Das stählerne Fördergerüst ist eines der ältesten in Europa, ergänzt durch eine Fördermaschine aus dem Jahr 1922. Die Rekonstruktion eines Stollens in der Abraumhalde wurde jedoch mit Eröffnung der unterirdischen Führung nicht mehr benötigt.
Die Tour ins Schaubergwerk ist eine echte Bergwerkstour unter Tage, bei der die Besucher mit Helm, Grubenlampe und Umhang ausgestattet werden. Ein Aufzug bringt sie dann fast 300 m tief auf die erste Ebene. Hier folgt eine 800 m lange Grubenbahnfahrt und ein Rundgang zu Fuß. Die Tour ist sehr beeindruckend und gibt einen Einblick in fast 800 Jahre Bergbaugeschichte. Der Abbau erfolgte im Liegen, weil der Kupferschiefer nur einen halben Meter dick war. Die Technik wird mit anschaulichen Dioramen dargestellt. Der Besucher selbst begeht dazu den Stollen der Grubenbahn, der zum Glück nicht so niedrig ist. Da der Führungsweg keine Stufen besitzt, ist die Führung sogar Rollstuhlgerecht.
Für Leute, die etwas sportlich sind und einige Kilometer auch durch Wasser gehen können, gibt es noch verschiedene Touren in die anderen Stockwerke des Bergwerks. Die Segen-Gottes-Schlotte oder auch Marienglasschlotte ist eine natürliche Höhle im Gips, die beim Bergbau 1854 angeschnitten wurde. Der erste Name bezieht sich auf den Entwässerungsstollen, durch den sie angeschnitten wurde, der zweite beschreibt die außergewöhnlichen Gipskristalle in der Schlotte. Grubenhelm, Geleucht, und Wathose werden gestellt. Die Tour dauert 7 Stunden. Ganz ähnlich ist die Tour zur Elisabethschächter-Schlotte oder auch Alabasterschlotte, sie ist aber noch etwas anstrengender und dauert 8 Stunden. Eine 4,5 Stunden lange Tour in den Altbergbau von 1880 erfordert dagegen weniger Sportlichkeit, Gummistiefel selbst mitbringen. Und schließlich gibt es auch noch eine Tour mit Bootsfahrt. Dauert 5 Stunden, ist durch die gemächlich Bootsfahrt die am wenigsten anstrengende tour, Kanu, Grubenhelm, Geleucht, Wathose, Knieschoner und Schwimmwesten werden gestellt.
Der Röhrigschacht gehört sicherlich zum besten, was man in Deutschland als Schaubergwerk besuchen kann, immerhin gehören sowohl die Fahrt im Förderkorb und die Fahrt mit der Grubenbahn zur Führung, die meisten Schaubergwerke bieten nicht einmal eines davon. Das Museum ist außerordentlich informativ, kurze Filme erläutern viele Aspekte des Bergbaus auf kurzweilige Art. Der Museumsshop bietet Literatur, Mineralien und Erzeugnisse daraus, Wetterlampen und Geleuchte, Sondermünzen und soger besondere Schnäpse und Liköre. Ein Bergbaulehrpfad zu den ältesten Überresten des Bergbaus und einigen Tagebauen beginnt und endet am Röhrigschacht.