Besucherbergwerk Schieferstollen Wilhelmslust


Touristische Informationen:

Ort: Grube Ecke, 57555 Mudersbach.
Parkplatz Otto-Hellinghausen-Platz (Kirmesplatz) an der Ecke "Im Hüttenwald"/Brückenstraße. 600 m/10 Minuten Fußweg.
(50.8221840, 7.9502717)
Öffnungszeiten: APR bis OKT 1. Sa im Monat 14-17.
[2026]
Eintrittspreise:  
Typ: MineSchiefer GeoparkGeopark Westerwald-Lahn-Taunus
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: T=8 °C, H=90 %.
Führungen:  
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Besucherbergwerk Schieferstollen Wilhelmslust, Grube Ecke, 57555 Mudersbach.
Hans-Josef Söhngen, Tel: +49-2745-932471, E-mail:
Ulrich Merzhäuser, Tel: +49-2745-1618, E-mail:
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Geschichte

1856 Schieferstollen Wilhelmslust vom Interessenwald genehmigt.
2004 der Sauerländische Gebirgsverein Abt. Siegtal-Mudersbach e. V. (SGV) richtet den Stollen für Besichtigungen her.
2006 Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Der Schiefer entstand in der Devon-Zeit vor 350 bis 400 Ma durch Ablagerungen von feinstkörnigen Tonschlammassen. Unter dem Druck der darüber abgelagerten Sedimente verfestigte er sich zu Tonstein. Bei der späteren Gebirgsbildung wurden die Tonsteinschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Dorch die tektonische Bewegung zerscherten die tonigen Gesteine, die Schieferung entstand.

Bemerkungen

Das Besucherbergwerk Schieferstollen Wilhelmslust liegt in der Grube Ecke in Mudersbach. Das ist nun recht verwirrend, weil man annimmt, dass das der Name einer Grube, also eines Bergwerks ist. Tatsächlich ist das der Name der Straße, man parkt auf dem Otto-Hellinghausen-Platz und folgt erst der Straße Im Hüttenwald und dann Grube Ecke bis zum Ende und muss dann noch etwa 200 m bis zum Stollenmundloch laufen. Der Fußweg heißt ebenfalls Grube Ecke und führt um den Hügel Hohe Ley herum zur tatsächlichen Grube Ecke, die sich am Schützenhaus und TSV Glück-Auf Brachbach, am Ostrand des Dorfes Brachbach befindet. Zum einen muss man wissen, dass "Ley" in im Rheinischen Schiefergebirge "Stein" bedeutet, so wie Lorelei, die auf einem Felsen saß. Und während es in Brachbach das Besucherbergwerk Schieferstollen Josefsglück gibt, ist die Grube Ecke tatsächlich nicht zugänglich.

Die Führung durch den Schieferstollen durchquert auch zwei Abbauhallen, eine davon ist von beeindruckender Größe. Das Schaubergwerk wurde ab 2004 vom Sauerländischen Gebirgsverein Abt. Siegtal-Mudersbach e. V. (SGV) hergerichtet. 2006 wurde das Schaubergwerk eröffnet.

Der Schieferstollen Wilhelmslust wurde 1856 vom Interessenwald genehmigt. Ein Interessenwald war eine genossenschaftliche Form des gemeinschaftlichen Waldbesitzes. Der Stollen wurde von einem Mudersbacher Dachdeckermeister gegraben, der sich so offensichtlich sein Arbeitsmaterial beschaffte. Das machte er wohl nicht selbst, er hatte angestellt Bergleute. Diese Bergleute trieben den Stollen von Hand voran, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Verwendung von Schwarzpulver bereits weit verbreitet war, wurde es hier nicht eingesetzt. Vermutlich hätte es den Schiefer beschädigt, sodass die Dachplatten nicht mehr dicht gewesen wären. Nur etwa 10 % bis 20 % des abgebauten Gesteins waren für Schieferplatten brauchbares Material, der Rest wurde für Wegebau und Bruchsteimauern verwendet.

Der Abbau von Schiefer begann hier bereits im Mittelalter. Die älteste erhaltene Konzession ist von 1717. Zuerst erfolgte dies in Steinbrüchen, also im Tagebau. Der offensichtliche Nachteil ist, dass der Schiefer oberflächennah durch Witterungeinflüsse beschädigt sein kann. Deshalb ging man ab 1850 zum Untertagebau über. Durch eine Ministerialverordnung von 1860, nach der Dächer nicht mehr mit Stroh gedeckt werden durften, kam die Blütezeit der Dachschieferindustrie. Es entstanden zahlreiche Schiefergruben und Stollen, wie dieser im Jahre 1856.