Blasloch

Blowhole


Ein Blowhole (Blasloch) ist eine Höhle, die entweder Luft oder Wasser mit relativ hoher Kraft hinaus bläst. Normalerweise bläst es nicht die ganze Zeit, Blaslöcher am Meer blasen für einige Sekunden, Luftblaslöcher können stunden- oder wochenlang blasen.

Ein Blasloch ist ein Höhlenausgang, oft ein vertikaler Schacht oder Schlot, der recht eng ist. Und es ist in der Regel der einzige Ausgang, oder es gibt nur sehr wenige Ausgänge. Der Grund dafür ist, dass das Blasen einen hohen Druck im Inneren der Höhle erfordert, der kraftvoll aus der Höhle hinaus bläst. Wenn es zu viele oder zu große Öffnungen gibt, gibt es keinen Geysir, sondern stattdessen einen ruhigen Ausfluss.

Blowholes am Meer

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Blowhole am Meer. Public Domain.
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Spouting Horn, Kauai, Hawai'i, U.S.A.. Public Domain.

Die meisten Blaslöcher befinden sich an der Küste. Sie werden normalerweise Blowholes genannt, können aber auch als Salzwassergeysir bezeichnet werden. Sie werden durch Meereshöhlen mit einem Schlot an die Oberfläche gebildet. Die Wellen rollen in die seeseitige Höhlenöffnung, und je nach der Kraft (oder Höhe) der Welle steigt der Druck im Inneren der Höhle an. Wenn es einen Schlot an die Oberfläche gibt, drückt der Druck Wasser aus dem Schlot.

Solche Blaslöcher blasen für ein paar Sekunden, dann gibt es eine Pause, wahrscheinlich eine lange Pause, dann blasen sie wieder. Es hängt von der Häufigkeit der Wellen ab, wenn es hohe Wellen gibt, bläst es regelmäßig, ohne Wellen bläst es gar nicht. Wenn die Größe der Wellen unterschiedlich ist, kann es bei hohen Wellen blasen und bei kleinen Wellen nicht.

Es ist ziemlich schwer zu bestimmen, welche Art von Höhle der Grund für das Blasloch ist. Erreicht ein Karstgebiet das Meer, könnte es eine Karsthöhle mit einem Schacht sein, in vulkanischen Gebieten ist es typischerweise eine Lavaröhre mit einem Schlot, in Riffen eine Riffhöhle. Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich um eine Erosionshöhle oder Brandungshöhle handelt.


Luft-Blaslöcher

Die Wind Cave ist keine Windhöhle, sondern ein Blasloch.

Große Höhlensysteme haben ein großes Volumen, und der Druck im Inneren ändert sich nicht, hauptsächlich weil es keine Temperaturänderungen gibt. Unsere Atmosphäre ist ganz anders: es gibt Temperaturänderungen, die das Volumen der Luft verändern, Konvektionszellen und Bereiche mit hohem und niedrigem Druck verursachen. Dadurch entsteht Wind. Bei Höhlen verursachen Druckveränderungen in der Atmosphäre die sogenannte barometrische Bewetterung.

Wenn eine Höhle klein ist, führen die Druckänderungen außen nur zu einem Luftstrom in oder aus der Höhle, bis der Druck innen und außen gleich ist. An engen Durchgängen kann man den Wind spüren. Wenn eine Höhle eine bestimmte Größe und nur kleine Öffnungen oder auch nur einen einzigen Eingang hat, ist der Luftstrom durch diesen Eingang viel stärker. Die Stärke hängt also vom Volumen der Höhle, von der Größe der Öffnungen und vom Betrag der Druckänderung draußen ab.

Wenn der Druck draußen niedriger ist, strömt die Luft nach außen, wenn er höher ist, strömt sie nach innen. Es ist viel einfacher, ausströmende Luft zu spüren, denn man spürt den Wind, riecht die feuchte und kalte Luft, oft sieht man Wasser, das draußen kondensiert und Nebel bildet. Wenn man einen besseren Einduck von der Stärke des Luftstroms möchte, muß man einen Sensor zur Messung der Luftgeschwindigkeit an der engsten Stelle des Eingangs platzieren.


"Schluck"-Löcher

Wir haben bisher Blowholes, die Wasser nach außen blasen und "Wind"-Höhlen bei denen die Luft in beide Richtungen weht. Leichter wahrnehmbar ist immder die Bewegung nach draußen, weil sie leicht zu sehen oder zu fühlen ist, um den Wind in die Höhle zu bewerten muß man die Windgeschwindigkeit messen. Bei den Blowholes am Meer ist schwer vorstellbar wie Wasser hineingezogen, also geschluckt werden soll. Es gibt kein Wasser, das hineinfließen könnte, sie öffnen sich zur Oberfläche, also zur Luft. Aber tatsächlich gibt es einige "umgekehrte" Blaslöcher.

Derartige Schlucklöcher sind Schächte, die zu groß sind, um Blaslöcher zu sein. Wenn man in das Loch hineinschaut, bewegt sich der Wasserspiegel synchron mit den an der Küste brechenden Wellen auf und ab. Vielleicht läuft das Wasser beim Höchststand sogar über, aber es gibt kein apektakuläres "Blasen".

Es handelt sich um eine vorübergehende Situation, die recht selten auftritt und so aussieht, als gäbe es ein Loch, in das das Meerwasser einströmt und verschwindet. Dies ist in gewisser Weise eine optische Täuschung, da das Wasser lediglich wieder ins Meer zurückfließt, aber es sieht recht spektakulär aus. Die Voraussetzungen sind ziemlich spezifisch und daher selten. Wir brauchen eine Plattform nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, eine Meereshöhle darunter und eine große Öffnung von der Höhle zur Plattform. Wenn die Wellen groß genug sind, um die Plattform ab und zu zu überfluten, wird das Wasser sofort wieder ins Meer zurückfließen. Es wird aber auch in die Höhlenöffnung fließen, die gleichzeitig den Anschein erweckt, als würde das Wasser an einem unbekannten Ort abfließen. Der Grund dafür ist einfach, dass wir uns zwischen zwei Wellen befinden und der Wasserspiegel in der Höhle sinkt.

Das ist mit Worten sehr schwer zu erklären, deshalb hier ein kurzes Video:

Thor's Well, Oregon, U.S.A.