Scheukofen

Scheukofenhöhle


Touristische Informationen:

Ort: Hagengebirge. 1 Stunde Fußweg vom Parkplatz entfernt.
Katasternummer: 1335/4
(47.5274815, 13.1570583)
Öffnungszeiten: MAI bis OCT frei zugänglich.
[2025]
Eintrittspreise: frei.
[2025]
Typ: SpeleologyKarsthöhle
Licht: LightKarbidlampen
Dimension: L=1,400 m, VR=120 m, A=740 m a.s.l., T=10°.
Portal: W=20 m, H=5 m.
Führungen: D=4 h + 2 h Wanderung.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Alexander von Mörk (1913): Die Scheukofenhöhle bei Sulzau Mitteilungen für Höhlenkunde 6(1), S. 6-13.
Walter von Czoernig-Czernhausen (1926): Die Höhlen des Landes Salzburg und seiner Grenzgebirge Verlag Verein für Höhlenkunde in Salzburg, 1926. S. 104-105. pdf
Peter Danner (2024): Von der „Salzburger Höhlenschau“ zum „Großdeutschen Höhlenmuseum“, Mitteilungen aus dem Haus der Natur, Band 29 • 2024, S29-60. pdf
Peter Danner (2020): Die Höhlenabenteuer der Brüder Grasmayr im Scheukofen im Jahr 1936 Die Höhle, 71. Jg., Heft 1–4, 2020, S. 158-172. pdf
Adresse: Herbert Burian, Geprüfter Höhlenführer (Certified Cave Guide), Markt 19, A-5450 Werfen, Tel/Fax: +43-6468-7554. E-mail: contact
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1804 Joseph August Schultes beschreibt einen Besuch des Scheikofens während seiner Reise auf den Glockner.
1828 besucht von Ferdinand Raimund.
21-SEP-1913 „Höhlenschauexkursion“ durch Gustav Freytag, Josef Hausjell und Walther von Czoernig-Czernhausen von der Sektion Salzburg des Vereins für Höhlenkunde in Österreich.
1919 Walter von Czoernig-Czernhausen entdeckt im Vierthalergang das Skelett eines Schatzgräbers.
12-APR-1975 Tödlicher Unfall, zwei Höhlentaucher sterben.

Bemerkungen

Die Scheukofen ist eine schöne Höhle mit Tropfsteinen und einigen einfachen Kletterstellen. Einige niedrige Stellen machen die Höhle zu einem Abenteuer für Kinder. Es handelt sich jedoch nicht um eine Schauhöhle, man wird schmutzig, sollte einigermaßen fit sein und keine Probleme mit engen Passagen haben. Die Teilnehmer sollten Gummistiefel, Arbeitshandschuhe, alte Kleidung und Schlaz mitbringen. Die Höhle ist etwa 1 Stunde zu Fuß vom Parkplatz entfernt. Die 4-stündige Tour beinhaltet nur geringe Höhenunterschiede und einige leichte Kletterstellen. Einige Schlufe (niedrige Passagen) verleihen der Tour einen Hauch von Abenteuer. Wir möchten aber dringend dazu raten Herbert Burian beziehungsweise den Salzburger Höhlenverein zu kontaktieren und an einer geführten Tour mitmachen.

Die Höhle ist während des Winterhalbjahrs zum Fledermausschutz gesperrt, kann aber sonst frei besucht werden. Der Eingang ist nicht verschlossen. Dennoch findet man auf vielen Seiten den Hinweis, dass es sich um eine besonders geschützte Höhle nach dem Salzburger Naturschutzgesetz. Nach § 4 Salzburger Höhlengesetz ist grundsätzlich für jegliche Befahrung eine Ausnahmebewilligung der Landesregierung erforderlich. Das ist zwar im Prinzip richtig, dennoch wird dies schon immer von Höhlenbesuchern ignoriert. Soweit wir wissen, hat der Salzburger Höhlenverein vor über 10 Jahren mit der Naturschutzbehörde vereinbart, dass die leicht zu erreichenden Teile davon ausgenommen sind. Das ermöglicht auch die diversen Besuche mit Schulklassen und anderen Gruppen.

Der Name Scheukofen kommt wohl von Scheuk und Ofen. Ofen ist ein österreichisches Wort für ein Felsgebilde, und im Land Salzburg wird es recht häufig als Synonym für Höhle benutzt, einige Höhlen hier haben -ofen im Namen. Etwas schwieriger ist Scheuk, es kommt vermutlich von „scheukig“ und bedeutet soviel wie „verscheuchen“. In älterer Literatur findet sich auch der Name Scheikofen.

Diese Höhle ist schon lange bekannt, wurde mehrfach von Schatzgräbern heimgesucht, die aber wohl erfolglos blieben. Grund dafür ist eine Sage mit dem weit verbreiteten Schatzmotiv. Die Bewachung des Schatzes durch einen Berggeist und ein Höllenhund kommen auch vor. Alexander von Mörk hat den Zwergenkönig 1910 sogar gemalt. Diese wurde vermutlich in der Romantik durch eine Loreley-artige Jungfrau ergänzt, die glücklose Schatzsucher in die Höhle und in ihr Verderben lockt. Und dann gibt es noch die Legende vom zweiten Eingang der Höhle auf der anderen Seite der Gebirgsgruppe. Auch dieses Motiv ist recht weit verbreitet. Beide haben wir als klassische SmileHöhlenlegenden beschrieben.

Bereits um 1800 begannen sowohl die Erforschung als auch die touristischen Besuche der Höhle. Der erste der die Höhle intensiv erforschte war Alexander von Mörk (1887-1914), der Gründer der Sektion Salzburg des Vereins für Höhlenkunde. Das muss wohl 1912 oder 1913 gewesen sein, seinen Bericht mit Grund- und Aufriss veröffentlichte er 1913. Zu dieser Zeit wurde auch die Salzburger Höhlenschau, eine Art höhlenkundliches Museum, eingerichtet, um die Höhlenwelt der Öffentlichkeit zu vermitteln. Im Rahmenprogramm gab es einen Lichtbildvortrag und eine „Höhlenschauexkursion“ am 21. September 1913 in den Scheukofen. Führer waren damals Gustav Freytag, Josef Hausjell und Walther von Czoernig-Czernhausen von der Sektion Salzburg des Vereins für Höhlenkunde in Österreich. Einige Gäste konnten als neue Mitglieder der Sektion gewonnen werden. In der Folge wurde die Höhle intensiv von Walter von Czoernig-Czernhausen erforscht. Nach seiner eigenen Inschrift in der Höhle besuchte er sie zwischen 1913 und 1928 30 Mal, also zweimal im Jahr.

Die Höhle hat 20 m breites und 5 m hohes Portal, der Boden ist ein trockenes Bachbett. Nur bei Hochwasser, also während der Schneeschmelze und nach Starkregen fließt tatsächlich Wasser aus dem Portal und die Höhle ist nicht befahrbar. Aber die Höhle besitzt mehrere Seen und rudimentäre Befahrungserleichterungen wie Stahlstifte in der Wand.