Schaubergwerk am Grillenberg


Touristische Informationen:

Ort: Bergwerkstraße 1, 2650 Payerbach.
70 km südlich von Wien. Start in Payerbach/Werning. Mit dem RUFbus Semmering-Rax Haltestelle Schaubergwerk PY15. Folgen Sie dem geologischen Lehrpfad zum Bergwerk, 10 Minuten zu Fuß.
(47.692302, 15.887720)
Öffnungszeiten: MAI bis OKT Sa 14:30, nach Vereinbarung.
[2026]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 12, Kinder (4-15) EUR 7.
[2026]
Typ: MineEisen MineKupfer
Licht: Helm und Stirnlampe werden gestellt
Dimension: L=4,000 m, T=8 °C.
Führungen: D=60 min, Min=4.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Schaubergwerk Grillenberg, Bergwerkstraße 1, 2650 Payerbach.
Führungen: Gemeinde Payerbach, Tel: +43-2666-52423-12. E-mail:
Geoschule Payerbach, Ing. Mag. Wolfgang Axamit, Bergwerkstraße 1, 2650 Payerbach, Tel: +43-650-6342878. E-mail:
Tourismusbüro Payerbach, Ortsplatz 7, 2650 Payerbach, Tel: +43-2666-52423-12. E-mail:
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Geschichte

1000 v. Chr. älteste Spuren des Kupferbergbaus.
10. Jahrhundert erster Eisenbergbau.
1791 Erster Tunnelbau durch die Innerberger Hauptgewerkschaft namens Maria Schutz Stollen.
1840-1845 Bau des Ferrostollens auf der untersten Ebene.
1888 Bau einer Seilbahn für den Transport des Erzes.
1902 Bergwerk geschlossen.
Erster Weltkrieg Wiedereröffnung für die Kriegsproduktion.
Zweiter Weltkrieg Wiedereröffnung für die Kriegsproduktion.
1950 Hochofen aus dem 12. Jahrhundert entdeckt.
1954 Seilbahn zerstört.
1959 Kupferschmelzplatz aus der Bronzezeit ausgegraben.
22-MÄR-1991 Stollentaufe: Der eingestürzte Eingangstunnel wird von der Geoschule Payerbach wiedereröffnet.
05-OKT-1992 Einweihung des Schaubergwerks durch Landes-Hauptmann Siegfried Ludwig.
2025 Führungsweg erweitert.

Geologie

Die Lagerstätte Grillenberg ist von Grauwacke umgeben, einer dünnen Schicht aus Sedimentgestein aus dem Paläozoikum. Das Hauptmineral war Siderit, lokal als Spateisenstein bezeichnet. Es hat einen sehr hohen Eisengehalt von etwa 55 %.

Bemerkungen

Das Schaubergwerk Grillenberg ist ein Eisensteinbergwerk, das durch den Erbstollen Herlindestollen betreten wird. Er wurde benannt nach Herlinde Ludwig, der Ehefrau des ehemaligen Landes-Hauptmanns von Niederösterreich, Mag. Siegfried Ludwig. Die ersten 33 m dieses Stollens waren nach der Schließung der Mine eingestürzt und wurden ab 1991 von der Geoschule Payerbach wieder aufgewältigt. Dadurch wurde das historische Bergwerk wieder zugänglich und konnte zum Schaubergwerk ausgebaut werden. Im Stollen liegen noch die Schienen der Grubenbahn, es gibt eine Vielzahl fon Tropfsteinbildungen. Schließlich erreicht man den Füllort, an dem die eisenführenden Schichten anstehen. Von hier erfolgte der Abbau in verschiedene Richtungen. Ein Stollen führt zu einem Schacht, der zu einem 120 m tiefen Abbau führte, dieser ist jedoch nach Abstellen der Pumpen mit Wasser vollgelaufen.

Der Bergbau begann auf dem Grillenberg im Tal der Rax während der Bronzezeit, als Chalkopyrit wegen seines Kupfergehalts abgebaut wurde. Im 12. Jahrhundert gab es hier Eisenbergbau, der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fortgesetzt wurde. Dies wurde durch archäologische Ausgrabungen ab 1950 bewiesen, die zuerst eine Eisenschmelze aus dem 12. Jahrhundert zutage brachten und 1959 einen Kupferschmelzplatz aus der Bronzezeit. In historischer Zeit waren die ersten bekannten Aktivitäten die Errichtung des Maria-Schutz-Stollens im Jahr 1791 durch die Innerberger Hauptgewerkschaft. Nach nur 15 m erreichten sie das Erz. Der Abbau wurde erneut intensiviert, als im 19. Jahrhundert zwei weitere Stollen angelegt wurden. 1888 wurde eine Eisenerz-Förderungsseilbahn in die Werning gebaut. Doch der Abbau wurde bereits 1892 wegen Unrentabilität eingestellt. Es scheint, er wurde immer wieder aufgenommen und etwas später wieder eingestellt, je nach dem Preis für das Eisen. Schließlich im Ersten und Zweiten Weltkrieg war das Eisen natürlich kriegswichtig und wurde unabhängig von der Rentabilität abgebaut. Das endgültige Aus kam ganz drastisch 1945, als die vordringende Rote Armee den Betriebsleiter erschlug und den Stollen verschloss. Mit der Demontage der Seilbahn 1954 war der Bergbau endgültig zu Ende.

Dieses Bergwerk wurde von dem Verein Geoschule Payerbach wieder aufgewältigt und zum Schaubergwerk ausgebaut. Dieser bietet Kurse in Mineralogie, Geologie und Schleifen von Halbedelsteinen an. Zudem betreuen sie bis heute zusammen mit der Gemeinde Payerbach das Schaubergwerk. Während noch bis vor wenigen Jahren regelmäßig am Wochenende Führungen angeboten wurden, musste wohl wegen den Corona-Restriktionen ein Termin im Voraus vereinbart werden. Das Schaubergwerk hat die Domain schaubergwerk.com, was etwas kurios und zudem anmaßend erscheint. Diese wurde jedoch seit 2023 nicht mehr gepflegt, doch auch die Seite der Gemeinde zeigt keine Öffnungszeiten an. Wir können also leider nicht mit Sicherheit sagen, ob der Besuch der Führung am Samstagnachmittag wieder ohne Anmeldung möglich ist.