Burg Loch

Schloß im Loch


Touristische Informationen:

Ort: Pinswang, 6 km from Füssen.
A7 aus Deutschland oder 179 aus Österreich, Ausfahrt Pinswang, L288 nach Unterpinswang, links abbiegen zum Transformatorenhaus.
(47.5486, 10.6761)
Öffnungszeiten: Keine Einschränkungen.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: SubterraneaHöhlenburg
Licht: Taschenlampe mitbringen
Dimension: A=855 m ü.A.
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Tourist Information Füssen, Kaiser-Maximilian-Platz 1, 87629 Füssen, Tel: +49-8362-93850.
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Geschichte

13. Jahrhundert errichtet von den edelfreien Herren von Rettenberg-Hoheneck.
1265 Burgvogt Conradus de Foramine, Diener der Hoheneggers.
1315 im Besitz Tirols, Neubau oder Bautätigkeit wird dokumentiert.
1316–1319 Johann Schurfeisen wird Burgvogt und erhält 8 Mark pro Jahr als Entgelt.
1319 Die Brüder Karlinger erhalten das Burglehen. König Heinrich legt die Zahlung für das Burglehen auf fünf Fuder Salz aus dem Haller Pfannhaus fest.
1328 vergeblich belagert, vermutlich von Hohenecker.
14. Jahrhundert aufgegeben.
1546 394 Falkonenkugeln in den Ruinen gelagert, im Zusammenhang mit dem Schmalkaldischen Krieg.
1552 Falkonenkugeln geborgen und zur Festung Ehrenberg transportiert.

Bemerkungen

Die Burg Loch ist von der darunter liegenden Straße aus über einen 20-minütigen Fußmarsch auf einem steilen Pfad zu erreichen. Sie besteht aus einer Vorderwand mit integriertem Wohngebäude. Die Burg und ihre Fundamente wurden vor einiger Zeit renoviert. Sie wurde im frühen 13. Jahrhundert, höchstwahrscheinlich von den edelfreien Herren von Rettenberg-Hoheneck, in die Öffnung einer 35 m breiten und 12 m tiefen Höhle gebaut. Leider ist dies nicht dokumentiert, aber in der ersten schriftlichen Erwähnung der Burg wird der Burgmann Conradus de Foramine als Zeuge für eine Schenkung an das Kloster St. Mang in Füssen genannt. Ab 1315 wird die Burg in den Tiroler Raitbüchern erwähnt, sodass sie offensichtlich im Besitz der Grafen von Tirol ist. Und wir können vermuten, dass die Übertragung des Eigentums mit Gewalt erfolgte, da zu dieser Zeit über 33 Mark für Reparaturen aufgewendet werden mussten. Ein Teil der Mauer wurde auf das 14. Jahrhundert datiert, sodass sie wahrscheinlich während der Restaurierung um 1315 erbaut wurde. Hintergrund war der Streit zwischen den Herren von Hoheneck bzw. den Grafen von Montfort und den Grafen von Tirol um die Vorherrschaft im Lechtal.

Die Burgvögte in Loch waren den Hauptmännern der nahe gelegenen Burg Ehrenberg unterstellt. Im Jahr 1328 wurde die Burg in Loch erneut belagert. Möglicherweise wollten die Hohenecker den Verlust der Burg rückgängig machen, doch die Belagerung blieb erfolglos. Im Jahr 1348 wurde die Bevölkerung des Lechtals unter die Obhut der Burg Ehrenberg gestellt, womit die territoriale Bildung des Gerichts Ehrenberg weitgehend abgeschlossen war. Dadurch war die kleine Höhlenburg mehr oder weniger nutzlos geworden. Ab 1352 wurden keine Burgvögte mehr ernannt, und die Burg wurde kurz darauf aufgegeben.

Im Jahr 1552 werden im Inventar der Burg Ehrenberg 394 Falkonenkugeln aufgeführt, die „in der Höhle gefunden wurden”. 1546 begann der Schmalkaldische Krieg, in dem die im Schmalkaldischen Bund vereinigten Protestanten gegen den katholischen Kaiser Krieg führten und versuchten, Tirol zu besetzen, um die Verbindung zwischen Deutschland und Italien zu unterbrechen. Sie eroberten tatsächlich die Festung Ehrenberg, die jedoch anschließend von Söldnern des Kaisers eingenommen und schließlich von den Tirolern zurückerobert wurde. Es scheint, dass die Ruine als Befestigungsanlage gegen die Truppen des Schmalkaldischen Bundes diente. Aus diesem Grund wurden die Falkonenkugeln, Munition für frühe Kanonen namens Falken, in der Ruine gelagert und nach dem Verlust von Ehrenberg vergessen. Sechs Jahre später wurden sie wiederentdeckt.

Die Burg wurde jedoch nicht wieder aufgebaut, und in einer Chronik von 1609 von Matthias Burglechner erwähnte er sie nur mit einem Satz. „...ist vor vil Jaren ein Schloß gestanden, so die Veste Loch genannt wird”.

Am Fuße des Hügels direkt unterhalb der Burg liegt ein geheimnisvoller Wall. Er wurde manchmal als keltische quadratische Einfriedung interpretiert. Dendrochronologisch datierte Holzreste aus dem 13. Jahrhundert deuten jedoch auf eine Funktion als Vorwerk der Burg Loch hin. Die römische Straße Via Claudia Augusta, die während des gesamten Mittelalters genutzt wurde, verläuft in Längsrichtung durch sie hindurch. Wahrscheinlich handelte es sich also um eine Art Zollstation, eine mittelalterliche Straßensperre oder eine Anlage zur Sicherung der Straße.