Landgrafenschlucht


Touristische Informationen:

Ort: Südlich von Eisenach, im Mariental. (50.954139, 10.309430)
Öffnungszeiten: Frei zugänlich.
Bei Eisbildung im Winter geschlossen.
[2020]
Eintrittspreise: frei.
[2020]
Typ: ExplainKlamm
Licht: nicht notwendig
Dimension: L=1,710 m, VR=80 m.
Führungen:  
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH, Markt 24, 99817 Eisenach, Tel: +49-3691-79230. E-mail:
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Geschichte

1306 Friedrich der Gebissene soll sich hier versteckt haben.
1832 durch Oberforstrat Gottlob König erschlossen.

Bemerkungen

Die Landgrafenschlucht hat sich durch Erosion in das Wartburgkonglomerat des Oberrotliegenden gearbeitet. Die Verengung des Tales ist ein Ergebnis der Härte des Konglomerats. Auf fast zwei Kilometer Länge ist die Schlucht recht eng, nicht ganz so spektakulär wie die benachbarte Drachenschlucht, doch auch hier wird die Schlucht so eng daß Wege über dem Bach installiert wurden um den Durchgang zu ermöglichen. Meist ist der Weg jedoch recht breit und bequem. Die Schlucht wurde durch den von Oberforstrat Gottlob König veranlaßten Wegebau erschlossen. Nach einer alten Sage soll sich hier 1306 Friedrich der Gebissene versteckt haben. Friedrich war Markgraf zu Meißen und Landgraf zu Thüringen, deshalb wurde die Schlucht nach ihrer Erschließung enfgültig in Landgrafenschlucht umbenannt.

Friedrich III war der Sohn von Albrecht dem Entarteten, wettinischer Landgraf von Thüringen, und Margarete, der Tochter Kaiser Friedrichs II. Sein Vater betrog seine Mutter und wollte sie schließlich ermorden. Sie floh vor dem Mordkomplott und biß ihren Sohn zum Abschied, damit er nie vergessen sollte, daher der Bweinahme Friedrich der Gebissene. Im wettinischen Hause gab es während des 13. Jahrhunderts verschiedene Zwistigkeiten. Zudem hatte es der König auf Thüringen abgesehen, war jedoch gescheitert. Albrecht entschloß sich, die Landgrafschaft Thüringen an den deutschen König zu verkaufen. Nachdem er sich mit seinen Söhnen wieder ausgesöhnt hatte und sein anderer Sohn ermordet worden war erkannte Albrecht seinen Sohn Friedrich als seinen alleinigen Erben und Nachfolger an. Der König verlangte von Albrecht die Überlassung der Wartburg als Sicherheit für die gemachten Zusagen. Doch Albrecht überließ seinem Sohn Friedrich die Burg. Albrecht hatte also die dem König gegebenen Zusagen gebrochen. Um dies zu vertuschen, erfand man die Legende vom Ersteigen der Burg durch Friedrich den Freidigen. Sie erzählt, Friedrich habe sich mit den ihn begleitenden Rittern in der Schlucht verborgen gehalten, um die Wartburg einzunehmen. Dabei habe er Unterstützung durch seine Stief- und Schwiegermutter erhalten. Die Schlucht als Unterschlupfs war ein Detail um diese Legende möglichst glaubhaft zu machen. Etwa 100 Jahre später berichtete der Chronist Johannes Rothe, daß man vom Landgrafenloch spreche. Landgrafensagen sind auch heute noch so stark im Volksbewußtsein verankert, daß man sie besser kennt als die Geschichte.

Die Landgrafenschlucht wurde 2015 mit dem Naturschutzgebiet Wälder mit Schluchten zwischen Wartburg und Hohe Sonne geschützt. Die Schlucht ist ein ganz besonderes Biotop mit gleich zwei außergewöhnlichn Mikroklimata. Feuchtkühle Täler und trockenwarme Verhältnisse entlang sonniger Felsen sorgen für einen Reichturm an Tieren und Pflanzen. Seltene Arten aus den Gruppen der Kleinsäuger, Vögel, Amphibien und Käfer sowie zahlreiche Farne, Moose und Flechten kommen hier vor. Der Schluchtwald in der Drachenschlucht ist eine Sonderform des bodensauren Eichen-Buchen-Walds.