Salzmuseum Bad Sooden-Allendorf


Touristische Informationen:

Ort: Söder Tor, Rosenstraße 1-3, 37242 Bad Sooden-Allendorf.
In der Ortsmitte, nicht weit von der Tourist Information.
(51.2691274, 9.9655533)
Öffnungszeiten: APR bis OKT Mi, Sa, So, Fei 14-17.
NOV bis MÄR Sa, So, Fei 14-17.
[2026]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 1, Kinder (6-16) EUR 0,50, Kinder (0-5) frei.
[2026]
Typ: MineSalz
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen:  
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Salzmuseum Bad Sooden-Allendorf, Söder Tor, Rosenstraße 1-3, 37242 Bad Sooden-Allendorf, Tel: +49-.
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Geschichte

1554 Landgraf Philipp verleiht der Saline "Allendorf an der Werra" nun Fürstensoth, ein eigenes Wappen.
1881 Beginn des Kurbetriebs mit Sole.
1906 Salzwerk stillgelegt.
1913 Stadtväter beschließen die vorhandenen Gerätschaften aufzubewahren.
1974 Verein für Heimatkunde mit Interessengemeinschaft Salzmuseum gegründet.
NOV-1979 Salzmuseum im Södertor eröffnet.

Geologie

Wie die meisten Salzlagerstätten Mitteleuropas beruht auch diese auf der Bildung eines riesigen beckens in Mitteleuropa, in das hin und wieder Meerwasser eindrang und verdunstete. Dies passierte im Zechstein (Perm, 250 Ma), als Ton, Gips und Kalk abgelagert wurden. Dieses Salz stieg an einer Störung im Gestein auf, ein Prozess der Solifluktion genannt wird und darauf beruht das Salz sich unter hohem Druck und Temperatur plastisch verhält. Dieser Salzstock stieg auf bis er den Bereich des Grundwassers erreichte. Da sich die Bewegung des Salzes weiter fortsetzt, wird das an den Quellen austretende Salz durch nach-"fliessendes" Salz ausgeglichen.

Bemerkungen

Das Salzmuseum Bad Sooden-Allendorf ist kein Schaubergwerk, sondern ein Museum, und doch steht es in engem Bezug zum Salzbergbau. Salz kann gewonnen werden, indem eine Solequelle genutzt wird, bei der Grundwasser mit dem Salz in Berührung kommt, dadurch Salz auflöst und dann mit einem hohen Salzgehalt in einer Quelle zutage tritt. Hier werden keine Bergleute gebraucht, nur Salzsieder, die die Sole einkochen und dadurch das Salz gewinnen. Wenn irgendwann die Quelle versiegt oder nicht mehr ausreicht kann es nötig sein eine Bohrung abzuteufen, um mehr Wasser mit mehr Salz in Berührung zu bringen. Das Museum wird auch als Salzmuseum im Södertor bezeichnet, weil es sich im historischen Stadttor und dem Nebengebäude befindet.

Die Ausstellung hat die Entwicklung der Salzgewinnung in Bad Sooden‑Allendorf über fast 1000 Jahre im Zentrum. Dazu werden Modelle, Geräte und Fotografien zur Gewinnung und Verarbeitung der Sole und des Salzes gezeigt. Besondere Exponate sind die Abschrift der „Salzbibel“ von Johannes Rhenanus aus dem 17. Jahrhundert, ein wichtiges Lehr‑ und Arbeitsbuch der Salzproduktion, und ein historischer Vertrag über die Pacht von Siedepfannen mit vielen Siegeln genannt Ewige Location. Auch die Alte Salzwaage die früher zum Wiegen der Salzlieferungen verwendet wurde, ist außergewöhnlich.

Die historischen Gebäude in Bad Sooden, die ebenfalls zur Salzherstellung benötigt wurden stehen ebenfalls unter denkmalschutz und sich mehr oder weniger Teil des Museums. Sie bilden eine Art Freilichtmuseum oder einen Themenweg. Dazu gehören der Solebohrturm, das Gradierwerk und das Solebadehäuschen, die Brunnenkammer, der Betriebsgraben mit Kunsthaus, die Pfennigstube und schließlich das Salzamt mit Salztisch. Die Gebäude sind mit informativen Tafeln versehen und so kann die Salzsiederei erwandert werden. Das Gradierwerk war das Kernstück der Salzgewinnung, ein Feuer zu unterhalten, um Wasser zu verdampfen war sehr teuer und arbeitsintensiv. Um die Sole, die hier nur etwa 12 % Salzgehalt hatte, bereits im Vorfeld anzureichern, wurde sie hochgepumpt und tröpfelte dann eine Wand aus Reisigbüscheln hinunter. Durch das Dach war die Sole vor Regen geschützt, durch das Tröpfel vergrößerte sich die Wasseroberfläche erheblich, und durch Sonneneinstrahlung und Wind wurde die Verdunstung zusätzlich erhöht. Dies funktioniert in unseren humid gemäßigten Breiten jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Das Gradierwerk war später auch wichtig um größere Menge konzentrierter Sole für den Badebetrieb zu erzeugen.

Ein weiteres wichtiges Thema des Museums ist die Geschichte des Badebetriebs und die Entwicklung zur Kurstadt. Kur‑ und Badebetrieb begann 1881 und basierte auf der Nutzung von Sole als Heilmittel. Dokumente aus dem 18./19. Jahrhundert wie historische Abrechnungen und Kurverträge, erläutern die Organisation des Badebetriebs. Tatsächlich wurde die Sole bereits viel früher zum Baden genutzt, das Solebadehäuschen der Knappschaft stammt von 1818. Bis heute existiert die WerratalTherme beim Gradierwerk mit modernem Bade‑ und Wellnessbetrieb mit Solebädern, Wellenbad, und Sauna. Dies Sole soll bei Haut‑ und Atemwegserkrankungen, sowie für Muskeln und Gelenke eine heilsame Wirkung haben.