Bergbaumuseum Bleicherode


Touristische Informationen:

Ort: Nordhäuser Str. 70, 99752 Bleicherode.
(51.452697, 10.597011)
Öffnungszeiten: Nach Vereinbarung.
[2026]
Eintrittspreise: free.
[2026]
Typ: MineSalzbergwerk Kalibergwerk
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen:  
Fotografieren:  
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Rainer Slotta (1991): Das Kaliwerk Bleicherode als zentrales Denkmal der deutschen Kaliindustrie - eine Chance, DER ANSCHNITT 43, 1991, H. 3-5. pdf
Adresse: Kalibergwerk Bleicherode, NDH Entsorgungsbetreibergesellschaft mbH, Nordhäuser Str. 70, 99752 Bleicherode, Tel: +49-36338-370.
Bergmannsverein "Glückauf" Bleicherode e. V., Herr Peter Hellmuth, Zu den Stielwerken 04, 99752 Bleicherode, Tel: +49-36338-63574. E-mail:
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Geschichte

1888 erste Kalilager durch Bohrungen entdeckt.
1899 Beginn der Förderung.
1901 Bergarbeitergenossenschaft Glückauf entsteht.
1903 Aufbereitungsanlage und Kraftwerk gehen in Betrieb.
1908 Verfüllung ausgebeuteter Bergwerksbereiche mit Schlamm.
1990 Kalibergbau eingestellt.

Geologie


Bemerkungen

Das Bergbaumuseum Bleicherode, auch als Kalibergbaumuseum Bleicherode bezeichnet, ist eigentlich eine Ausstellung des Bergmannsverein "Glückauf" Bleicherode e. V. im westlichen Zechenhaus des Kalibergwerk Bleicherode. Sie wird unter dem etwas generischen Namen Historische Ausstellung geführt, und ist genau das, ein kleines Museum das die Geschichte des Bergbaus in Bleicherode zum Thema hat. Die Ausstellung umfasst die ersten bergmännischen Erkundungen durch Bohrungen auf das Kalilager südlich des Harzes um 1888/1889, das Schachtabteufen, und den Aufbau der Übertageanlage für die Verarbeitung der Rohsalze. Aber auch das Ende des Bergbaus 1990 wird erläutert. Werkzeuge, Maschinen, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs werden ausgestellt.

Diverse Bergwerke in Mitteldeutschland haben eine ausführliche Geschichte während des Zweiten Weltkriegs. Nachdem sich der Kriegsverlauf gewendet hatte und es vermehrt zu Fliegerangriffen kam, wurden Kostbarkeiten aus den großen Museen Berlins ausgelagert. Die 600 m tiefen Hallen in Bleicherode wurden zur Lagerung genutzt. Außerdem entstanden unterirdische Waffenfabriken, in denen größtenteils Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Osteuropa arbeiteten. Dies geschah gleichzeitig in vielen Bergwerken in Mitteldeutschland, aber die großen Hallen in Kalibergwerken waren aufgrund der Größe sehr beliebt. Allerdings hatten sie auch Nachteile, die zersetzende Wirkung der salzhaltigen Luft machte feinmechanische Produktion schwierig. Außerdem waren die Stollen zwischen den Abbauhallen oft zu klein und mussten erweitert werden. Eine Besonderheit passierte nach dem verheerenden Bombenangriff der Royal Air Force vom 17. und 18. August 1943 auf die Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Dort entwickelten und bauten Raketenwissenschaftler um Wernher von Braun die V2. Einige ihrer Anlagen wurden hier nach Bleicherode verlegt, und ab Anfang 1945 hielten sich auch der Großteil der ehemals in Peenemünde stationierten Wissenschaftler hier auf. Das Gebiet wurde amerikanische Truppen besetzt, die auch Wernher von Braun mit in die U.S.A. nahmen. Andere Wissenschaftler, die sie hier ließen, als das Gebiet an die Rote Arme abgetreten wurde, wurden 1947 in die UdSSR verlegt und waren maßgeblich am Bau des Sputnik 1957 beteiligt.

Der Kaliabbau war ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der DDR, nach der Wiedervereinigung war er jedoch nicht mehr konkurrenzfähig und so wurde das Bergwerk bereits 1990 geschlossen. Heute wird es als Endlager für Sondermüll benutzt. Die oberirdischen Gebäude mit Förderturm, Uhrturm und Zechengebäude stehen unter Denkmalschutz. Ebenso ein Teil der Stollen. Zudem ist die Anlage Teil der European Route of Industrial Heritage. Leider ist nur wenig zugänglich, das Betriebsgelände ist verpachtet und als Firmengelände nur bedingt zugänglich. Das Bergbaumuseum ist sehenswert, allerdings gibt es wohl keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Es ist wohl an besonderen Festtagen geöffnet, an denen wohl auch die Grube befahren werden kann.