Kalkwerk Lengefeld


Touristische Informationen:

photography
Kalkwerk Lengefeld, Erzgebirge, Deutschland. Public Domain.
Ort: Kalkwerk 4A, 09514 Pockau-Lengefeld.
(50.700809, 13.175079)
Öffnungszeiten: wegen Renovierung geschlossen.
[2023]
Eintrittspreise: wegen Renovierung geschlossen.
[2023]
Typ: MineKalkstein
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension:
Führungen: keine
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Klaus Hoth, Frank Alder, Wolfgang Schilka, Torsten Heckler (2012): Lagerstätte Lengefeld/Erzgebirge In: Klaus Hoth, Norbert Krutský, Wolfgang Schilka: Marmore im Erzgebirge (= Bergbau in Sachsen. Bd. 16). Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – Oberbergamt, Freiberg 2010, ISBN 978-3-9812792-2-1, S. 81–90. pdf
Martin Preiß, Jane Ehrentrau (2011): Umsetzungsstudie Kalkwerk Lengefeld Festlegung und Definition der Welterbebereiche und Pufferzonen im Rahmen des Projekts Montanregion Erzgebirge. Veröffentlichungen des Fördervereins Montanregion Erzgebirge. Band 11. Saxonia, Freiberg 2011, ISBN 978-3-934409-53-8.
Adresse: Kalkwerk Lengefeld, Kalkwerk 4A, 09514 Pockau-Lengefeld, Tel: +49-37367-2274. E-mail:
Knappschaft Kalkwerk Lengefeld e. V., Postfach 28, 09512 Lengefeld, Tel: +49-37367-83966 E-mail: E-mail:
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Geschichte

1515 Erste urkundliche Erwähnung des Lengefelder Kalkes im Lehnsbrief des Kurfürsten Moritz an Heinrich von Guentherode.
1568-73 Lengefelder Kalk wird für den Bau der Augustusburg verwendet.
1853 Bau eines mit Steinkohle betriebenen Kalkofens.
1872 Bau des Hilke-Ofens.
1922 Schornsteine für Kohlefeuerung ergänzt.
1925 Kalkgewinnung untertage.
1927 Einstellung des Tagebaubetriebs.
27-APR-1945 Einlagerung Dresdner Kunstschätze im Untertagebereich.
MAY-1945 Abtransport der Kunstgüter in die UdSSR.
1969 Beginn der Förderung im "Neuen Lager".
1975 Stilllegung der Kalkbrennöfen, Einstellung der Kalkgewinnung im "Alten Lager".
1978 Restaurierung und Erhalt als technisches Denkmal und Museum.
07-OCT-1986 Eröffnung als Technisches Denkmal und Museum.
1995 Knappschaft Kalkwerk Lengefeld e. V. gegründet.

Geologie

Eigentlich handelt es sich beim Kalk hier nicht um Kalk, es ist Dolomit-Marmor. Chemisch ist das natürlich fast dasselbe, viel erheblicher sind die sonstigen Minerale im Kalkstein. Der Kalkstein ist sehr alt, er wurde vor 530 bis 540 Ma in der Keilberg-Gruppe des Unterkambriums abgelagert. Auf feldspatführendem Muskovitschiefer wurden etwa 50 bis 90 m Kalk abgelagert. Im Kalkstein befinden sich Amphibolitlinsen, granatführende und quarzitische Muskovitschiefer sowie eingeschaltete Quarzitschieferbänke. Die Sedimente wurden durch die variszische Gebirgsbildung metamorphisiert, aber auch in Blöcke zerteilt. Die fünf Blöcke haben eigene Namen, Altes Lager, Neues Lager, Tiefes Lager, Lößnitz-Lager, und Weißer Ofen.

Bemerkungen

Das Kalkwerk Lengefeld ist eine Besonderheit im Erzgebirge mit seiner großen Zahl and Schaubergwerken und anderen Relikten des Bergbaus. Der wesentliche Rohstoff war früher das Silber, später Baryt und andere Ganggesteine, und im Kalten Krieg das Uran. Doch dieses Bergbaumuseum hat zum Thema den Kalk. Kalk wird natürlich überall gebraucht, doch ist das Vorkommen von Kalk im Erzgebirge eine große Ausnahme. Der Abbau von Kalk began bereits im 16. Jahrhundert.

Das Museum befindet sich an der B101 zwischen Annaberg-Buchholz und Freiberg. Am Abzweig nach Lauterbach befindet sich ein großer Steinbruch und zum Abbau gehören Kauegebäude, Wachegebäude, Förderschacht und Förderturm II, Sprengmittellager sowie Bergbaumaschinen und -geräte. Der Kalk wurde in der Kalkmühle zerkleinert und über Verbindungsbrücken zu den Kalkbrennöfen transportiert. In vier Kalkbrennöfen, drei sogenannten Rumford-Öfen und einem Hilke-Ofen, wurde der Kalk gebrannt. Den Brennstoff lieferte das Holz- und kohlenlager. Insgesamt handelt es sich um einen Industriekomplex, und die meisten Gebäude sind zugänglich.

Eine Besonderheit war der untertägige Abbau des Kalksteins. Kalk ist zwar für viele Dinge wichtig, aber dennoch ist er ein Gestein und bei weitem nicht so wertvoll wie ein Erz. Bergbau ist aufwändig und teuer und wird nur gemacht, wenn es notwendig und profitabel ist. Hier war ein wesentlicher Faktor, dass der Abbau unterirdisch ganzjährig möglich war, zuvor war der Abbau im Winter eingestellt worden.

Sehr außergewöhnlich ist auch die Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs. Diverse Bergwerke können eine ähnliche Geschichte erzählen, und doch ist es hier etwas Besonderes. Durch die zunehmende Bombardierung der Städte durch die Alliierten, stellte sich unter anderem die Frage wie man wertvolle Kunst schützen sollte. So wurden überall Museen ausgeräumt und die Kunstwerke in geeigneten Bergwerken eingelagert. Besonders gut hat dies der Film Monument Men vor einigen Jahren erklärt. Und so wurde der unterirdische Abbau zum Einlagern der Dresdner Kunstschätze genutzt. In diesem Fall sind aber nach Kriegsende die sowjetischen Monument Men aufgetaucht, die Trophäenkommission räumte das Depot vollständig und der verbrachte die Kunstgegenstände in die UdSSR. In den 1950er Jahren wurden sie teilweise an die DDR zurückgegeben.