Unterirdisches Zeitz


Touristische Informationen:

Ort: Altmarkt 21, 06712 Zeitz (51.049697, 12.134760)
Öffnungszeiten: Ganzjährig Sa, So, Fei 10-16.
Letzte Führung 30 Minuten vor Schließung.
[2020]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 5,50. Kinder (0-16) EUR 3.
[2020]
Typ: SubterraneaKeller SubterraneaLuftschutzbunker
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension: L=700 m, T=12 °C, H=90-95%.
Führungen: L=700 m, D=45 min. V=10.000/a [2010]
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Interessengemeinschaft "Unterirdisches Zeitz" e.V., Altmarkt 21, 06712 Zeitz, Tel.: +49-3441-212722, Fax: +49-3441-215928. E-mail:
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Geschichte

14.-16. Jh Bau der meisten Keller.
19-JUN-1992 erster Gangabschnitt eröffnet.
1993 zweiter Gangabschnitt eröffnet.
1999 dritter Gangabschnitt eröffnet.

Bemerkungen

Die Zeitzer Unterwelt besteht aus ein großen Zahl Bierkeller aus dem Mittelalter. Jeder der den relativ weichen Buntsandstein unter seinem Haus hatte, grub sich einen Keller um Lebenmittel, aber vor allem Bier kühl zu lagern. Bier hatte im Mittelalter eine viel wichtigere Bedeutung als Nahrungsmittel als heute. Insbesondere war unbelastetes Trinkwasser in der Stadt schwer zu bekommen und Glückssache, Darmerkrankungen weit verbreitet. Deshalb wurde Bier statt Wasser getrunken, das Dünnbier war bein Brauvorgang erhitzt worden, die Gärhefen kümmerten sich um viele Bakterien, und schließlich hatte das Bier einen eingebauten Sicherheitsmechanismus: wenn es bakteriell belastet war, wurde es sauer. Dennoch konnte Bier nur handwerklich hergestellt werden, entsprechend groß war in jeder Stadt die Anzahl der Brauereien.

Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert hatte das Brauhandwerk in der Stadt Zeitz Hochkonjunktur. Damals bildete die Brausteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Zwischen September und April wurde in zahlreichen Brauhäusern das Jungbier gebraut. Das wurde dann in Holzgefäßen zu den brauberechtigten Häusern der Stadt gebracht, die es zum Reifen in den Kellergewölben lagerten.

Aus dieser Zeit stammen die meisten Keller unter Zeitz. Doch im Laufe der Zeit verloren sie an Wichtigkeit, und ab dem 19. Jahrhundert schlossen die kleinen Brauereien und wurden von Großbrauereien mit industriellen Braumethoden abgelöst. Die Keller wurden also nur noch für die Einlagerung von Lebensmitteln durch die Hausbewohner genutzt.

Die Keller erreichten Tiefen zwischen 6 m und 12 m. Die tiefsten Keller wurden im zweiten Weltkrieg zu Luftschutzanlagen verbunden. Sie wurden mit Bänken ausgestattet und die Zugaänge beschildert, doch die wichtigste Änderung war tatsächlich die Verbindung der Keller miteinander. Dadurch konnten die Insassen den Bunker verlassen, auch wenn das Gebäude über einem Eingang eingestürzt war.

Eines der Kellersysteme mit einer Gesamtlänge von 700 m wurde vom Verein IG. Unterirdisches Zeitz ausgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es wurde mit großem Aufwand gereinigt und gesichert, Führungswege angelegt und elektrisches Licht installiert. Zeitweise waren 1,000 Ehrenamtlich bei der Arbeit. Seit der fertigstellung des Ausbaus wird die Kelleranlage vom Verein btreut, instand gehalten und regelmäßige Führungen angeboten.