Besucherbergwerk Grube Christiane


Touristische Informationen:

Ort: Diemelsee Adorf
A44 Ausfahrt Diemelstadt, B252 nach Bad Arolsen, rechts ab nach Adorf, in Adorf rechts Richtung Padberg.
(51°22'26.35"N, 8°47'58.90"E)
Öffnungszeiten: Ostern bis OCT Mi 14-17, Sa 13-17, So, Fei 10-17.
[2007]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 4, Kinder (3-18) EUR 2, Kurkarte EUR 3.
Gruppen (15+): pauschal EUR 36.
[2007]
Typ: ExplainEisen
Licht: elektrisch
Dimension: T=8°C.
Führungen: D=90min, L=1.500m.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Rolf Georg, Rainer Haus, Rainer Haus, Karsten Porezag (): Eisenerzbergbau in Hessen,
Adresse: Besucherbergwerk Grube Christiane, Bredelarer Strasse, 34519 Diemelsee-Adorf, Tel: +49-5633-5955. E-mail: contact
Knappenverein Adorf e.V., Karl-Müller-Strasse 3, 34519 Diemelsee, Tel: +49-5633-5840.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
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Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

05-JAN-1273 erste urkundliche Erwähnung des Adorfer Eisenerzbergbaus.
1662 Beilegung der Streitigkeit mit dem Grenzvertrag zwischen Köln und Waldeck.
Dreißigjähriger Krieg Bergbau kommt zum Erliegen.
1658 Graf Heinrich Wolrad von Waldeck wirbt auswärtige Bergleute an um den Bergbau wieder zu beleben.
1835 Wasserlösungsstollen oberhalb der Rhenegger Mühle aufgefahren.
1853 Gruben am Martenberg und Semmet vereinigt.
1917 Schließung der Grube.
JUL-1936 Gewerkschaft Christiane von Mannesmann gepachtet.
1938 Wiederaufnahme der Erzgewinnung in Grube Christiane.
29-MAR-1945 Abbau am Ende des Zweiten Weltkrieg eingestellt.
Herbst 1945 Abbau wieder aufgenommen.
16-MAR-1963 Ende des Bergbaus am Martenberg.
1984 Ausbau als Schaubergwerk.
17-MAY-1986 Eröffnung des Besucherbergwerkes Grube Christiane.

Geologie

Um Adorf findet man an der Erdoberfläche hochwertigen Roteisenstein. Dieser ist überlagert von dickbankigen Kalksteinen, dem so genannten Adorfer Kalk. Diese Schichten des unteren Oberdevons heißen auch Adorfer Stufe. Sie wurde zuerst durch die Leitfossilien im Kalk datiert, man findet versteinerte Muscheln, Schnecken und Armfüßler (Brachiopoden). Die Gegend ist bei Fossiliensammlern sehr beliebt. Der Roteisenstein ist sehr schön an der Martenbergklippe aufgeschlossen, einem der bedeutendsten Geotope Deutschlands.


Bemerkungen

Die Grube Christiane war die größte Eisenerzgrube in Hessen nach dem zweiten Weltkrieg. Das Spitzenjahr war 1960 mit einer Förderung von 155.784 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Eisengehalt von 30,35 Prozent. Der Adorfer Bergbau umfaßte jedoch einige weitere Gruben, zum Beispiel Martenberg, Webbel, Eckefeld, Hubertus und Reinhard.

Der Adorfer Eisenerzbergbau begann wahrscheinlich bereits zu Zeiten der Kelten. Ab dem Hochmittelalter gab es Konflikte um die Abbaurechte zwischen dem Kloster Bredelar und den Grafen von Waldeck und anderen Adelsgeschlechtern. In diesem Zusammenhang enstand auch die erste urkundliche Erwähnung, eine Urkunde über den Adorfer Eisenerzbergbau die das Schürfrecht im Raum Esbeck regelte. Das Gebiet war Grenzgebiet und so waren die Gruben wiederholt Streitobjekte. Dies endete erst im Jahre 1662 mit einem Grenzvertrag zwischen Köln und Waldeck.

Der Bergbau kam während des Dreißigjährigen Krieges weitgehend zum Erliegen. Ab 1658 warb Graf Heinrich Wolrad von Waldeck auswärtige Bergleute an um den Bergbau wieder zu beleben. Es folgte eine Belebung des Bergbaus. In Adorf und Umgebung wurden fast 240 Bergwerke von den Einwohnern betrieben.

Die Führung durch das Bergwerk ist 1.500m lang und dauert 90 Minuten. Dabei werden die historischen Abbautechniken vorgestellt. Der Weg ist meist eben, doch gutes Schuhwerk ist angeraten. Die untertage Führung wird ergänzt durch das Bergwerksmuseum in den Räumen der ehemaligen Aufbereitungsanlage unterhalb des Förderturms. Neben dem Roteisenstein werden auch die Begleitmineralien vorgestellt. Auf 120m² Fläche befindet sich eine umfangreiche Gesteins- und Mineraliensammlung aus dem Adorfer Raum. Bilder, Modelle, Schautafeln und originale Exponate erläutern den Weg des Eisenerzes vom Abbau bis zur Verhüttung in Duisburg-Huckingen.