| Ort: |
An der Heimkehle 3, 06536 Südharz, OT Uftrungen.
A7 Ausfahrt Seesen (Harz), B243 66 km bis Nordhausen, B80 16 km bis Berga, links ab Richtung N/Stolberg, zwischen Uftrungen und Rottleberode, 9 km S Stolberg. Stichstraße ca 1 km bis zur Höhle. (51.4969510, 10.9546502) |
| Öffnungszeiten: |
Ganzjährig Di-So, Fei 10-17. Führungen 10, 12, 14, 16. [2026] |
| Eintrittspreise: |
Erwachsene EUR 9, Kinder (3-17) EUR 6, Studenten EUR 6, Azubis EUR 6, Behinderte EUR 6. Mit Kurkarte: Erwachsene EUR 8, Kinder (3-17) EUR 5. Gruppen (15+): Erwachsene EUR 8, Kinder (3-17) EUR 4. [2026] |
| Typ: |
Karsthöhle,
Gipshöhlen
Luftschutzbunker
Fabriken
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| Licht: |
LED
Son et Lumière
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| Dimension: | L=2.000 m, T=8°C. GR: H=22 m, L=65 m, B=65 m. |
| Führungen: | L=700 m, D=45 min, MinAge=3, Min=5. V=50.000/a [200?] V=16.000/a [2016] |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | ja |
| Literatur: |
A.A. (k.J.):
Informationen Karstlandschaft Südharz und Die Heimkehle,
Karstmuseum Heimkehle.
Hrsg: Rat des Bezirkes Halle
A.A. (1926): Die Höhle Heimkehle bei Uftrungen, Beitr. Naturdenkmalpfl. 11:151-154, Berlin K. J. Fritz (1980): Die wassergefüllten Hohlräume der Heimkehle, Fundgrube 16(2):54-55, Berlin W. Graf (1972): Die Heimkehle, Ergebnis höhlengenetischer Untersuchungen. Fundgrube 9(3/4):86-90, Berlin A.A. (1929): Die Heimkehle bei Uftrungen, Unsere Heimat: Mitteldt. Halbmonatsschr. (1929):1-6 K. Karlstedt (1972): Zur Fledermausfauna der Heimkehle bei Uftrungen, Nyctalus 4:8-10 W. Remus, M. Spilker, R. Zeising (1962): Die Heimkehle bei Uftrungen am Südharz, Hrsg.: Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse, Bezirk Halle, Bezirkssektion Geowissenschaften, Arbeitsgruppe Sangerhausen, Höhlenverwaltung "Heimkehle", Uftrungen F. Schuster (1955): Deutschlands größte Gipshöhle - Heimkehle, Heimatbl. Kreis Sangerhausen 8:3-17, Sangerhausen Reinhard Völker (1980): Höhleneis in der Heimkehle, Fundgrube 16(4):125, Berlin Reinhard Völker (1981): Die Heimkehle, Mitt. Karstmus. Heimkehle 1:1-40, Uftrungen Reinhard Völker (1985): Die Erschliessung der Heimkehle, Mitt. Karstmus. Heimkehle 10:1-15, Uftrungen |
| Adresse: |
NaturErlebnisHöhle Heimkehle, An der Heimkehle 3, 06536 Südharz, OT Uftrungen, Tel: +49-34653-305.
E-mail: |
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| 1357 | erstmals urkundlich erwähnt. |
| 1649 | vom anhaltinischen Prinzen besucht. |
| 1920 | Erschließung durch Theodor Wienrich, Licht und Wege. |
| 12-SEP-1920 | Eröffnung als Schauhöhle. |
| 1944 | Die Nationalsozialisten richten in der Heimkehle ein Werk zur Produktion von Flugzeugteilen ein. |
| 1946 | Sprengung der Zugänge der Höhle durch die Alliierten. |
| 1953 | Wiedererschließung. |
| 1954 | Wiedereröffnung. |
| 1979 | Gründung des Karstmuseums. |
| 1990 | Laser- und Lichtshow im Großen Dom installiert. |
| 2019 | Höhle wird Nationales Geotop. |
Die Heimkehle ist eine der beiden großen Gipshöhlen in Deutschland, die als Schauhöhlen zugänglich sind. Sie befindet sich am Südrand des Harzes, in dem in einem schmalen von Ost nach West verlaufenden Gebiet Gips an der Oberfläche ansteht. Hier kommt es durch die hohe Löslichkeit des Gipses zur intensiven Verkarstung und damit zur Bildung großräumiger Höhlensysteme. Diese Gipshöhlen sind sicherlich durch ihre Größe die imposantesten Höhlen Deutschlands. Daneben sind Gipskarstgebiete durch ihre sehr kurze Lebensdauer recht selten und so nehmen die Höhlen auch weltweit eine besondere Rolle ein.
Die Heimkehle ist durch ihre Nähe zum Grundwasserspiegel ausgezeichnet, so sind viele Räume wassererfüllt. Die Befahrung erfolgte früher mit Booten, da der größte Teil der Höhle einen zusammenhängenden See bildete. Dies ist heute, primär durch den Eingriff des Menschen, nicht mehr so, und die Höhle wird ganz normal zu Fuß befahren.
Der See wurde 1944 für den Einbau von Fabrikanlagen zubetoniert. Damals wurde aufgrund der zunehmenden Bombardierung von Werksanlagen ein Teil der Produktion von Flugzeugteilen hierher verlegt. Die produzierten Flugzeugteile waren für die Junkerswerke in Dessau bestimmt, für die Produktion der JU88. Insgesamt hatten drei Werkshallen Platz. Durch mehrere Tunnel zur Oberfläche war der Transport möglich. Der größte Tunnel war groß genug für Lastwagen. Neben den großen Höhlenräumen war für die Wahl dieses Standortes auch die Weichheit des Gipses ausschlaggebend. So konnte mit vergleichsweise geringem Aufwand in kurzer Zeit große Zugangsstollen gebaut werden. Nach dem Krieg wurde die Höhle von den Alliierten als Kriegsanlage betrachtet und alle Zugangsstollen gesprengt. Dazu kam es leider auch in der Höhle zu weiteren Beschädigungen, einige Seitenteile sind dadurch verstürzt. Als nach einiger Zeit die Höhle als Natursehenswürdigkeit und historisches Denkmal wieder erschlossen wurde, mussten deshalb Eingangs- und Ausgangsstollen neu aufgefahren werden. Der Boden ist weitgehend mit dem Geröll der menschlichen Zerstörungen bedeckt.
In der Höhle befindet sich heute ein Denkmal für die Häftlinge aus dem KZ
Mittelbau Dora
bei Nordhausen, die in der Höhle zur Rüstungsproduktion eingesetzt waren.
Sie wurden bei Näherrücken der Front in drei Gruppen zu Fuß in Marsch gesetzt.
Eine der Gruppen erreichte Schwerin, die zweite ging im Harz verloren.
Die dritte Gruppe erreichte Gardelegen, wo über 100 Häftlinge in eine Scheune gesperrt und bei lebendigem Leib verbrannt wurden.
Das Denkmal stammt aus DDR Zeiten und strahlt eine gewisse sozialistische Aura aus, die rückblickend fast lächerlich wirkt.
Dennoch ist das Denkmal wichtig und weist auf einen wichtigen Teil der Geschichte hin, sodass es sehr begrüßenswert ist, dass es auch heute noch gepflegt wird.
Zudem wurde 2005 auch auf dem Vorplatz ein weiteres Denkmal erbaut, das frei zugänglich ist, im Gegensatz zum alten.
Durch den sackartigen Natureingang kommt es im Winter zur Bildung von Eiszapfen. Die kalte Außenluft sinkt in die tiefere Höhle, eine sogenannte Kältefalle. Da der Fels selbst noch Temperaturen über dem Gefrierpunkt aufweist, gibt es immer noch Tropfwasser. Dieses gefriert allerdings im Höhlenraum zu Eisstalaktiten und -stalagmiten.
Die Höhle wird auf einem 700 m langen Weg geführt, der auf der rechten Seite des Vorplatzes mit einem Stollen beginnt. Von hier erreicht man die kleineren Gänge der Höhle, die jedoch mit jeder Biegung größer werden und schließlich im Großen Dom münden, der größten Halle der Höhle. Sie ist etwa 65 m im Durchmesser, und 20 m hoch. Der Weg führt am Rand entlang, weil der mittlere Bereich nach wie vor ein Höhlensee ist. Hier ist der Höhepunkt der Führung mit einer Lichtshow, die auf die 20 m hohe fast weiße Gipswand projeziert wird. Da Gipshöhlen keine Tropfsteine besitzen ist die Wand zudem recht wenig strukturiert und deshalb eine ausgezeichnete Leinwand. Von hier geht es durch einen Seitengang zum Ausgangstunnel. Dieser wurde teilweise verbreitert und mit Vitrinen ausgestattet und war der ursprüngliche Ausstellungsraum des Karstmuseums. Inzwischen sind jedoch viele Ausstellungsteile in das NaturErlebnisHöhle Heimkehle umgezogen, das sich in einem Eingangsgebäude vor dem Ausgangsstollen befindet. Hier ist die Kasse, ein Souvenirladen, das neue Museum mit vielen interaktiven Ausstellungsstücken und ein Dokumentarfilm über die Höhle. Dies ist die FÜhrung wie sie von DDR Zeiten bis ins 21. Jahrhundert praktiziert wurde. Inzwischen ist die Führung jedoch anders, obwohl sie die gleichen Wege benutzt.
Während DDR Zeiten und auch danach war das Karstmuseum im Ausgangsbereich der Höhle berühmt. Es war auch ohne Führung zugänglich, man konnte den Stollen während der Öffnungszeiten frei betreten. Es bot Ausstellungen und Modelle zur Geologie des Gipses, zum Kupferschieferabbau und zur Speläologie. Besonders interessant war eine große Anzahl von Höhlenquerschnitten, die die Prinzipien bei der Verkarstung des Gipses erläutern. Das Museum wurde vom Geologen-Ehepaar Christel und Reinhard Völker seit den 1970er Jahren aufgebaut. Direkt nach der Wende wurde auch eine Lichtshow installiert. Doch wie andere Schauhöhlen der DDR hatte auch diese ein Problem mit der Finanzierung, das Personal war in der DDR ganzjährig beim Staat angestellt und die Höhle musste nicht kostendeckend arbeiten. Danach wurde die Höhle von der Gemeinde betrieben, die bei den Personalkosten erheblich zuschießen musste. So wurden diverse Änderungen notwendig, und einige Jahre war der Fortbestand der Höhle durchaus in Gefahr. Doch schließlich wurde das Management überarbeitet, das neue Eingangshaus erbaut, und ein neues Karstmuseum darin aufgebaut. Sogar eine neue LED Beleuchtug wurde vor einigen Jahren wenigstens teilweise installiert.
Richtig kurios wurde es jedoch in jüngster Zeit, und zwar durch die einfache Tatsache, dass die Hälfte der Höhle in Thüringen liegt, während die andere Hälfte in Sachsen-Anhalt liegt. Alle Dinge, die nach Landesrecht geregelt sind, werden also in der Höhle doppelt geregelt. Das ging damit los, dass nach Einführung des Fledermausschutzes, die eine Hälfte der Schauhöhle im Winter wegen Fledermausschutz gesperrt wurde, während die andere Hälfte weiterhin zugänglich war. Die Besucher sind also durch einen Tunnel in die Höhle und mussten an der unterirdischen Landesgrenze umdrehen. Der Unsinn dieser Regelung erschließt sich jedem Menschen mit einem Mindestmaß an gesundem Menschenverstand. Für die beteiligten Behörden ist das offensichtlich nicht verständlich. Hinzu kommt, dass Thüringen die Erneuerung der elektrischen Beleuchtung großzügig subventioniert hat, Sachsen-Anhalt jedoch nicht. Als die Kommune versuchte die ganze Beleuchtung zu erneuern, auch ohne Zuschuss, wurde ihnen das sogar untersagt. Und so hat eine einzige Schauhöhle jetzt zwei verschiedene Lichtsysteme. Das Gleiche gilt für die Erneuerung der Weganlagen. Aber der absolute Supergau war, dass der bisherige Eingangstunnel nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprechen soll. Da diese in Sachsen-Anhalt liegt, ist natürlich für eine Sanierung ebenfalls kein Geld da. Und so wird die Schauhöhle inzwischen seit Jahren durch den ehemaligen Ausgangsstollen betreten und verlassen.
Der Höhlenparkplatz ist Ausgangspunkt des Karstwanderweges Heimkehle-Pölsfeld. Auf dieser etwa 10 km langen Strecke kann man praktisch alle Karsterscheinungen eines Gipskarstgebietes beobachten. Eine kleine Broschüre ist an der Höhlenkasse erhältlich. Außerdem gibt es hier ein recht gutes Restaurant mit Biergarten, in dem man auch die Zeit bis die Führung beginnt, gut verbringen kann.
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Heimkehle - Wikipedia (visited: 18-SEP-2026)
Gedenkstätte in der Heimkehle - Wikipedia (visited: 20-SEP-2026)
Karstschauhöhle und Gedenkstätte Heimkehle, offizielle website (visited: 19-SEP-2026)
Höhle Heimkehle, wohl eine der informativsten Seiten über die Höhle beim Karstwanderweg.