Atombunker Museum Harnekop


Touristische Informationen:

Ort: Lindenallee 1, 15345 Prötzel OT Harnekop.
A10 Ausfahrt 3 Berlin Marzahn oder Ausfahrt 4 Hellersdorf, über Strausberg und Prötzel nach Harnekop. Nach dem Ortsausgangsschild nach links in Seestraße, dann Lindenallee wird, bis zum Parkplatz.
(52.693220, 13.977761)
Öffnungszeiten: Atombunker Museum Harnekop: Ganzjährig Do, Sa, So.
Ausschließlich Onlinebuchung.
NVA-Ausstellung Harnekop: Mit Voranmeldung.
[2026]
Eintrittspreise: Atombunker Museum Harnekop:: Erwachsene EUR 22,75, Kinder (6-?) EUR 17,75, Kinder (0-5) EUR 12,75, Senioren EUR 17,75.
NVA-Ausstellung Harnekop: Erwachsene EUR 5.
[2026]
Typ: SubterraneaAtombunker
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: L=60 m, W=40 m, H=21 m, Ar=5000 m², VR=30 m.
Führungen: D=90 min, Max=8.
Fotografieren: im Prinzip ja
Zugänglichkeit: nein
Literatur:
Adresse: Atombunker Museum, Lindenallee 1, 15345 Prötzel b. Berlin, Tel: +49-30-775-667-94. E-mail:
NVA Ausstellung Harnekop e.V., Lindenallee 4, 15345 Prötzel / OT Harnekop, Tel: +49-33436-37765, Cell: +49-172-3544288. E-mail:
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Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1971 Baubegin.
1976 Fertigstellung.
1977 Besuch durch den Minister für Verteidigung der Sowjetunion.
1990 Nutzung der Kommunikationseinrichtung aufgrund der schlechten Infrastruktur Ostdeutschlands.
1993 geschlossen.
25-MAI-2000 Baudenkmal Bunker Harnekop e. V. gegründet.
2017 vom Verein für Erinnerung und Bewahrung von Zeitgeschichte e.V. betreut.
2023 Bunker von Berliner Bauunternehmen gepachtet.
2025 Berliner Bauunternehmen vermarktet den Bunker als Atombunker Museum.

Bemerkungen

Der Atombunker Harnekop heißt im Militärjargon SBW 16/102. Er wurde zwischen 1971 und 1976 vom Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) erbaut. Er liegt nordöstlich von Berlin zwischen den Orten Werneuchen, Strausberg uand Bad Freienwalde, versteckt in einem Wald. Man erreicht ihn vom benachbarten Dorf Harnekop. Die Kaserne bei Harnekop ist heute leer und verlassen, doch auch zu Zeiten der DDR war sie sehr ruhig und der Weg dort hin nur wenigen Einheimische bekannt. Es gab keine Hinweisschilder, und nichts wies auf die strategische Bedeutung beziehungsweise auf die Existenz der Bunkeranlage hin. Dies war wohl das bedeutendste Militärgeheimnis der DDR, der Bunker des Ministers für Nationale Verteidigung und seines Stabes.

Die Anlage besitzt drei Stockwerke und reicht bis zu 30 m unter die Erde, in den Sanden und Geröllen der Grundmoräne die ganz Norddeutschland bedeckt. 95 Stufen führen in den Bunker hinunter der Anfang der Siebziger mit modernster Technik ausgestattet wurde. Er war für 450 Mann Besatzung ausgelegt, die Vorräte reichten einen Monat. Drei Meter dicke Stahlbeton Wände werden von speziell gesicherte druck- und gasdichte Türen durchbrochen. Die Böden wurden auf schweren Stahlfedern gelagert, um auch einem direkten Treffer zu widerstehen, deshalb federt der Fußboden bei jedem Schritt. Der Bunker besitzt einen Brunnen, Wassertanks und vier Schiffsdiesel mit Generatoren zur Stromversorgung. Da der Bunker für den Stab des Verteidigungsministeriums gedacht war, enthält er Kommunikationseinrichtungen, ein Computersystem und Konferenzräume. Diese Einrichtungen befinden sich im oberen Stockwerk. Im mittleren Stockwerk sind Küche, Kantine, Schlafsäle und Krankenstation untergracht. Die technische Infrastruktur befindet sich im untersten Stockwerk.

Der Bunker ist mehr oder weniger in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, die meisten Installationen aus den siebziger Jahren sind vorhanden. Die Anlage steht in dieser Form auf der Landesdenkmalliste. Der Bunker wurde ursprünglich 2000 vom Baudenkmal Bunker Harnekop e. V. für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und betreut. Zwischen 2017 und 2023 betreute ihn der Verein für Erinnerung und Bewahrung von Zeitgeschichte e.V. Warum er dies aufgegeben hat, ist unklar, 2023 wurde der Bunker jedoch von einem Berliner Bauunternehmen Cavator GmbH gepachtet das in seit 2025 als Atombunker Museum vermarktet. Das hat leider auch einige relativ unschöne Seiteneffekte. Es gibt keine regulären Öffnungszeiten mehr, die Führungen müssen online gebucht werden, die Eintrittspreise sind deutlich gestiegen. Zudem ist unklar, ob man fotografieren darf, das kann der Führer frei bestimmen. Das ist eine Regelung, von der wir so noch nie gehört haben.

Daneben gibt es aber auch noch die NVA-Ausstellung Harnekop e.V., ein Museum das im Wohnheim des ehemaligen Führungsbunkers untergebracht ist. In 30 Räumen findet man hier eine riesige Ausstellung zum Thema, einschließlich vieler Originalfunkgeräte die teilweise sogar vorgeführt werden.